Hemingways Welt

Wolfgang Stock auf Spurensuche

Kategorie: Kuba (Seite 2 von 5)

Die Hemingways und kubanische Musik

Beny More

Beny Moré, El Bárbaro del Ritmo

Ernest Hemingway mag die kubanische Musik, den Bolero, die romantische Rumba oder den flotten Mambo. Und die kubanischen Musiker mögen Mister Hemingway.

Eine Musikgruppe hat dem Schriftsteller gar einen Chachacha gewidmet: Viva Hemingway!
Wenn der amerikanische Autor auf Finca Vigía ein großes Fest gibt, dann darf ein Conjunto nicht fehlen. Einmal schaut gar der Sanges-Star der Insel, Bola de Nieve, auf Hemingways Farm vorbei.

Durch die Kneipen der Altstadt von Havanna ziehen die Duos und Trios, verweilen an den Tischen und spielen ein, zwei Lieder. Der Sänger Octavio Benedino Sánchez Olaguire, den man überall Cotán nennt, spielt meist im El Floridita. „Wenn Hemingway kam, dann spielte ich seine Lieblingsstücke wie My melancholy baby.  Und Hemingway sang dazu.“

Dem Musiker Cotán schenkt Ernest Hemingway, der ja aus einer musikalischen Familie kommt, eine Gitarre aus dem 19. Jahrhundert. „Wenn er in seinem Haus ein Fest gab, bat er mich, mit zwei weiteren Musikern zu kommen. Und oft sagte er: Bring deine Bongow grande und die Bongow chiquito mit, wenn er eine Tumbadora und eine Bongo meinte.“

Noch mehr als Ernest mag Ehefrau Mary die Musik der Karibikinsel. Ihr Favorit heißt Beny Moré, den man auf Kuba El Bárbaro del Ritmo nennt. Mary hat es nicht leicht mit Ernest, und böse Zungen behaupten gar, man sehe ihn in den Kneipen der Altstadt allzu oft mit einer schwarzen Lebedame, und hinter vorgehaltener Hand wird ihr Name – Leopoldina – geflüstert. Und Leopoldina, die Dame vom leichten Gewerbe, tanze die Rumba wie keine zweite.

Doch wenn Ernest, Mary und die Freunde im Floridita trinken, dann wird heile Ehewelt gespielt. Wenn ein Rumba-Trio an den Tisch kommt, wünscht Ernest sich, zu Mary gewandt, Besame mucho und Mary wiederum singt oft einen Bolero von Pedro Junco, der damals populär ist, Soy como soy.

Soy como soy, 
y no como tu quieras,
que culpa tengo yo
de ser así,
si vás a quererme,
quiéreme,
no intentes hacerme
como te venga bien a tí. 

Versuch bloß nicht, mich so zu formen, wie es dir in den Kram passt. Und wenn die selbstbewusste Mary den trotzigen Text auf Spanisch mitsummt, dann wandelt sie den Songtext ein wenig um. Statt Soy como soy, y no como tu quieras hört man ein wenig aufmüpfig meist ein Soy como soy, y no como Papa quiere. Ich bin wie ich bin, und nicht, wie Papa mich will.

Ernest Hemingway macht Schluß mit Hollywood

el viejo y el mar

El Viejo y el mar

Ernest Hemingway, dem El Viejo y el mar in einer Privataufführung in Havanna vorgestellt wird, ist sauer. Nichts, was seinen Roman ausmacht – die Faszination des Meeres, das Ambiente Kubas, dieser schon mythologische Kampf um Würde – all das kann er in dem Film nicht wiederfinden.

Statt dessen bemerkt er minderwertige Studioaufnahmen, platte Dialoge, unglaubwürdige Schauspieler. Ernest Hemingway sieht den Hollywood-Film Der alte Mann und das Meer und wird verdammt wütend: No picture with a fucking rubber fish ever made a dime. Kein Film mit einem beschissenen Gummifisch habe jemals einen Groschen eingespielt, schimpft er resigniert.

Der kubanische Filmkritiker G. Cain, hinter dem Pseudonym verbirgt sich der Schriftsteller Guillermo Cabrera Infante, schreibt im März 1959 in einer kubanischen Wochenzeitung: „Der Film Der alte Mann und das Meer stellt sich als großer Irrtum heraus. Der alte Mann und das Meer ist kein schlechter Film, es ist einfacher: Er ist gar kein Film. Eine solche Verfilmung von Literatur ist pervers, schauspielerisch null und als Film überflüssig.“

Ernest Hemingway auf Finca Vigía liest den Verriss des Film mehrere Male und sehr aufmerksam. Dann schnappt er sich das Telefon und ruft den Kritiker an. Er habe mit seiner Kritik voll und ganz recht, sagt der Schriftsteller, er teile seine Einschätzung ohne Einschränkung.

Ganz schlimm kommt es für Hemingway, als er sieht, dass in den Film

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Ava Gardner in Hemingways Swimmingpool

Ava Gardner - The Story

Ava Gardner – The Story

Der Swimmingpool im Garten von Finca Vigía auf Kuba ist Ernest Hemingway heilig. Dort sucht er Abkühlung oder auch ein wenig Leichtsinn. Nackend, alleine oder auch mal mit Ava Gardner, der Sexbombe schlechthin, nach der er verrückt ist und deren Höschen er aufhebt und versteckt, als sei es die Medaille seines Nobelpreises.

Zwei Jahre lebt Ava Gardner ab 1954 in Madrid, wo Ernest Hemingway und sie zu Freunden werden. Er nimmt die Frau vom Jahrgang 1922 mit zur Stierkampfarena. führt sie in die Rituale der corrida ein, und Ava beginnt eine heftige Affäre mit dem berühmten Stierkämpfer Luis Miguel Dominguín. 

Die Schönheit und die erotische Ausstrahlung der Ava Gardner in jenen Jahres bleibt unübertroffen. Sie wird zum Idealbild der femme fatale, sie zieht die Männer an wie das Licht die Motten. Und, wenn die sich darauf einlassen, dann kann es in der Tat schon mal fatal enden.

Ava Gardner, die Liste ihrer gebrochenen Herzen ist lang. Mickey Rooney, Artie Shaw, Howard Hughes, Frank Sinatra, auch er, der alte Hem. Er ist verknallt in diese Frau, am liebsten hätte er sie auf Finca Vigía für immer und ewig behalten.

Er kann mit ihr lachen, sie mag den Stierkampf, sie will beschützt werden, was will man als Mann mehr, ach ja, und sie kann saufen wie ein Bauarbeiter. Ava, das ist Feuer und Flamme, alles auf einmal, ein Tropenbrand, und der Feuerwehr geht das Löschwasser aus. Vielleicht ist Ava zu viel für einen Mann oder auch zu viel für sie selbst.

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Hemingway, the ugly bastard, und Fernando Campoamor

Fernando Campoamor

Ernest Hemingway und Fernando Campoamor

Ernest Hemingway sitzt im El Floridita. Man erkennt den typisch braun-schwarzen geschwungenen Bartresen der Rum-Kneipe. Links neben ihm, Fernando Campoamor, ein junger kubanischer Journalist und Schriftsteller. Hemingway sieht auf dem vergilbten Photo noch jung und frisch aus, ich schätze es auf Mitte bis Ende der 40er Jahre.

Dieser Fernando Campoamor ist in jenen Tagen ein ziemlich bunter Hund. Fernando González Campoamor Díaz, wie er mit vollem Namen heißt, wird auf der Karibikinsel im Juni 1914 in Artemisa geboren. Seit seinem 17. Lebensjahr schreibt er, zunächst für die Lokalpresse, später für Zeitungen in Havanna, wo er auch studiert. Campoamor wird Redakteur beim Diario Nacional und bei der Tageszeitung Pueblo. Am häufigsten veröffentlicht er in Bohemia, der großen Illustrierten Kubas, aber auch in Paris Match und anderen internationalen Medien finden sich Korrespondenzen aus seiner Feder.

Hemingway und Campoamor, das ist wie Pott und Deckel. Wenn es ein Fest zu organisieren gilt, so macht das Fernando für Ernesto. Als 1956 im Garten der Cervecería Modelo in Cotorro die Verleihung des Nobelpreises gefeiert wird, geht die Hommage auf Fernando Campoamor zurück. Und weil Ernest Hemingway auf dieser Sause so gerührt ist von der Verehrung, drückt er Fernando in diesen Mittagsstunden seine noble Medaille in die Hand.

Fernando Campoamor hat viel über den

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Das „Ambos Mundos“ ist ein guter Platz zum Schreiben

ambos mundos havanna

Hotel Ambos Mundos, Havanna

Im April 1928 betritt Ernest Hemingway in Havanna erstmals kubanischen Boden. Als Passagier des französischen Dampfers Orita überquert er den Atlantik von La Rochelle in die USA, zu seinem Haus in Key West.

Es sind jene Jahre, in denen auf der Zuckerinsel der General Gerardo Machado y Morales das Kommando führt. Dieser Präsident mit dem poetischen Namen muss dennoch als ziemlich dunkle Gestalt in der Geschichte aller dunklen Gestalten beschrieben werden. Das Havanna von damals jedenfalls ist ein Hort des Lasters, ein Sündenpfuhl unter Palmen, in dem Korruption und Laster aller Art zur Folklore gehören. Es wird gesoffen, gehurt, geschoben und gemeuchelt, bis zum Abwinken.

All dies mag den Schriftsteller bei seinem ersten Besuch nicht besonders beeindruckt haben. Denn ein Hinweis auf Kuba findet sich erst in dem Artikel Marlin off the Morro – A Cuban Letter für die Zeitschrift Esquire im Herbst 1933, in dem Hemingway das Hohelied vom Marlin-Angeln vor Kubas Küste singt. Von da an keimt ein zartes Pflänzchen, das zu einer großen Liebe wächst. Die Liebe zwischen Hemingway und Kuba.

Für mediterrane Gefilde besitzt Ernest Hemingway ein Faible. Er liebte Spanien und Frankreich, ebenso Italien. Dazu kommt Kuba. Die meisten seiner Romane und Erzählungen spielen in diesen vier Ländern. Auf Kuba wird er mehr als 20 Jahre leben, es wird sich heimisch fühlen. Denn der amerikanische Schriftsteller mag dieses ungezwungene und heitere Gefühl, dieses in den Alltag hineinleben mit Sonne, Rum und Rumba.

Doch vor allem liebt Ernest Hemingway das große blaue Meer. Und davon gibt es auf Kuba genug. Ich bin ein Mann des Meeres, pflegt er jedem zu sagen, der es hören möchte. Die über 900 Fischarten vor der Küste machen die Karibikinsel zu einem einzigartigen Angler-Dorado.

Aus Paris und Spanien kommend, mietet sich Ernest Hemingway zunächst in dem hübschen Eckhotel Ambos Mundos nahe der Barockkathedrale ein. Seinem alten Kumpel John Dos Passos, den er

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Guillermo Cabrera Infante und Ernest Hemingway

Guillermo Cabrera Infante Puro Humo

Guillermo Cabrera Infante, Puro Humo

Der Mann gehört ohne Zweifel in die Top Ten der lateinamerikanischen Schriftsteller. Für mich gehört er in puncto Lesegenuss sogar auf das Medaillentreppchen.

Da gibt es Tres tristes tigres, ein verschachteltes Epos, das ein munteres Sittengemälde des vorrevolutionären Havanna abbildet. Oder das launige Puro Humo. Ein Buch, in dem es vordergründig um Zigarren und Tabak geht, das in Wirklichkeit jedoch als ein quirliger Streifzug durch Politik und Kultur der Karibikinsel angelegt ist.

Keine Diskussion, der Mann kann schreiben wie ein König. Guillermo Cabrera Infante. Also noch einer auf Kuba, zwei Könige von Gewicht auf der Insel.

Guillermo Cabrera Infante, Jahrgang 1929, macht sich bereits in jungen Jahren in Havanna als Filmkritiker einen Namen. Unter dem Pseudonym G. Caín, einer Abkürzung seines Namens, schreibt er für das Wochenmagazin Carteles, später wird er dann Redakteur von Revolución. Mitte der 60er Jahre überwirft sich Cabrera Infante mit Castro und dem Regime, und geht ins Exil nach London, wo er 2005 stirbt.

Ein halbes Dutzend Mal berühren sich die Lebenslinien von Cabrera Infante und Hemingway. Da kann man einen fabelhaften Artikel lesen, in dem Guillermo Cabrera Infante eine Feier zu Ehren des Nobel-Schriftstellers beschreibt. Das Stück unter der Überschrift El viejo y la marca ist in der Zeitschrift Ciclón vom September 1956 erschienen.

Und Guillermo Cabrera Infante hebt sacht an:

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Ernest Hemingway und die Freundschaft

Cabo Blanco Peru

Ernest Hemingway und Freunde in Cabo Blanco, Peru 1956

Ernest Hemingway ist glücklich, wenn er seine Freunde um sich scharen kann. Für einen Mann, der sich für einsam hält, habe ich doch viele Freunde, sagt der Schriftsteller einmal. Ernest Hemingway liebt es, Menschen um sich zu haben.

Ernest Hemingway, und das mag bei einen Schriftsteller zunächst erstaunen, hasst die Einsamkeit. Er kann nicht alleine sein, er muss Leute und Trubel um sich spüren. Tief in ihm brodelt die Angst vor der Verlorenheit. Diese alltäglichen Vorboten der Verlassenheit kommen Ernest Hemingway wie ein kleiner Tod vor. Andersherum gesagt, wenn er sich in der Gemeinschaft von Menschen befindet, von Menschen, die er mag, dann lebt er. Er lebt und er lebt auf. Denn das braucht er.

Um in den inneren Freundeskreis des Ernest Hemingway vorzudringen, bedarf es mindestens drei Grundvoraussetzungen: man muss gut saufen können und der Jagd auf lebende Tiere etwas abgewinnen können. Und drittens, den Schriftsteller ein wenig anzuhimmeln, kann nun auch nicht gerade schaden.

Ein wenig anhimmeln, ein schönes Bild. Manchmal, wenn

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Hemingway, Kartoffel, Papst oder auch gar nichts

Papa Ernest Hemingway

A. E. Hotchner, Papa Hemingway

Warum lässt ein kerniger Mann, der mit Familie und Kindern nicht so viel am Hut hat, sich eigentlich Papa rufen? Auf Kuba, wo Ernest Hemingway über 20 Jahre gelebt hat, nennt ihn die halbe Insel so. Papa heißt er für gute Freunde, Mister Papa für jene, die ihm nicht so nahe stehen.

Mr. Hemingway sagt so gut wie keiner. Eher Señor Hemingüey oder, ebenfalls kubanisch verballhornt, Mister Güey. Auch hört man gelegentlich Mister Way oder manchmal bloß Ernesto – aber Papa, dieses Papa, das bleibt sein klarer Favorit.

Im Spanischen bedeutet Papa allerlei. La papa, feminin, ist die Kartoffel. El Papa wiederum, maskulin, steht für Papst, jenen in Rom. Womit wir der Sachen schon ein wenig näher kommen. Papá, Betonung auf dem zweiten Vokal, umschreibt den Vater der Kinder.

Wenn man bei uns in Deutschland Bahnhof versteht, sagt man auf Kuba oft yo no entiendo ni papa. Ich versteh‘ nicht mal Kartoffel. Wenn man also rein gar nichts kapiert. Nichts, nada, Kartoffel.

In Lateinamerika kann man schon mal einen alten Kumpel mit einem hola Papa begrüßen. Also einem hey Alter, was dem Buddy oder Bro‘ im Neu-Englischen sehr ähnlich kommt.

Wie auch immer, das väterliche und päpstliche Papa besitzt schon vom Klang her etwas Patriarchalisches. Das Oberhaupt der Familie oder der Glaubensgemeinschaft, das trifft es am besten. So mag sich Ernest Hemingway sehen, jedenfalls wenn er Kleidung anhat.

Dieser Mann mit dem himmlischen Bart inszeniert sich für

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Halb Hollywood kommt nach Cojímar

TOMATSFilm

The Old Man and the Sea

Nicht nur Ernest Hemingway besucht das kleine kubanische Fischerdorf Cojímar, das nicht weit im Osten von Havanna liegt. In seinem Schlepptau bringt er – jedenfalls für einige Wochen des Jahres 1956 – auch halb Hollywood mit.

Viele Sequenzen des Spielfilms The Old Man and the Sea mit Spencer Tracy sind hier in Cojímar gedreht worden, erklärt mir ein alter Fischer, der einen breitkrempigen Sombrero aufhat. Noch heute erinnern sich die Alten im Dorf lebhaft an die Dreharbeiten.

Fünfundzwanzig Pesos haben sie als Komparsen bekommen, sagt der Alte, eine Menge Geld damals. Dafür habe Don Ernesto gesorgt. Denn er war ihr Freund, Ernest Hemingway war ihr Patron. Der ehemalige Statist führt uns zur Playa de Cachón, wo die pittoresken Boote der Marlin-Fischer, ganz wie damals, im feinkörnigen Sand vor sich hindösen.

Don Ernesto liebt dieses bescheidene und einfache Fischerdorf. Und in dem Film hat der Schriftsteller das doch etwas verschlafene Cojímar auf Zelluloid für die Ewigkeit gebrannt. Das wird ihm nicht vergessen. So wie der Der alte Mann und das Meer ein Film über Kubas Fischer geworden ist, so ist er zugleich auch ein Film über Cojímar geworden.

Allerdings steht das großangelegte Hollywood-Epos zunächst unter keinem guten Stern. Regisseur Fred Zinnemann und der Hauptdarsteller Spencer Tracy geraten heftig

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Alfred Eisenstaedt photographiert einen Stinkstiefel

Life Alfred Eisenstaedt

Alfred Eisenstaedt photographiert Ernest Hemingway für LIFE

Der große Alfred Eisenstaedt kommt nach Kuba um den großen Ernest Hemingway zu photographieren. Eisenstaedt, der Staatsmänner und auch allerlei Schurken wie Joseph Goebbels vor der Kamera hatte, gilt bei Kennern der Materie als der Aristokrat unter den Photographen. Weil der gebürtige Pole es so oft schafft, die Brennweite seiner Linse für die Ewigkeit zu stellen.

Ende der 20er Jahre lebt Alfred Eisenstaedt in Berlin, er arbeitet für das Berliner Tageblatt, und flieht 1935 vor den Nazis in die USA. Das Magazin LIFE wird seine neue berufliche Heimat. Eisenstaedts berühmtestes Photo gilt noch heute als ikonisch, es hängt als schwarz-weißes Poster an Tausenden Wänden: Im Freudentaumel nach dem Sieg über die Japaner am 15. August 1945 küsst ein Matrosen am Times Square eine überraschte Krankenschwester.

Und nun Ernest Hemingway. LIFE hat Alfred Eisenstaedt nach Kuba geschickt, um eine Titelstory für die September-Ausgabe des Jahres 1952 zu knipsen. Der Vorabdruck des Kurzromans Der alte Mann und das Meer wird just in jener Ausgabe erscheinen. Dazu braucht die Zeitschrift ein paar bunte Impressionen aus den Tropen.

Doch auf Kuba findet Alfred Eisenstaedt einen mürrischen, herrischen und wegen Kleinigkeiten aufbrausenden Mann vor. Einen alternder Mann, der irgendwie an einem Wendepunkt seines Lebens steht. Der 53-jährige Schriftsteller steckt in der Krise. Der Nobelpreis für Der alte Mann und das Meer ist noch nicht da, aber auch dieser sollte die Krise bestenfalls hinauszögern.

Alfred Eisenstaedt kriegt auf Finca Vigía tagelang den Stinkstiefel vorgeführt: Einen Angeber, den 

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