Die Hemingways und kubanische Musik
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Beny More

Beny Moré, El Bárbaro del Ritmo

Ernest Hemingway mag die kubanische Musik, den Bolero, die romantische Rumba oder den flotten Mambo. Und die kubanischen Musiker mögen Mister Hemingway.

Eine Musikgruppe hat dem Schriftsteller gar einen Chachacha gewidmet: Viva Hemingway!
Wenn der amerikanische Autor auf Finca Vigía ein großes Fest gibt, dann darf ein Conjunto nicht fehlen. Einmal schaut gar der Sanges-Star der Insel, Bola de Nieve, auf Hemingways Farm vorbei.

Durch die Kneipen der Altstadt von Havanna ziehen die Duos und Trios, verweilen an den Tischen und spielen ein, zwei Lieder. Der Sänger Octavio Benedino Sánchez Olaguire, den man überall Cotán nennt, spielt meist im El Floridita. „Wenn Hemingway kam, dann spielte ich seine Lieblingsstücke wie My melancholy baby.  Und Hemingway sang dazu.“

Dem Musiker Cotán schenkt Ernest Hemingway, der ja aus einer musikalischen Familie kommt, eine Gitarre aus dem 19. Jahrhundert. „Wenn er in seinem Haus ein Fest gab, bat er mich, mit zwei weiteren Musikern zu kommen. Und oft sagte er: Bring deine Bongow grande und die Bongow chiquito mit, wenn er eine Tumbadora und eine Bongo meinte.“

Noch mehr als Ernest mag Ehefrau Mary die Musik der Karibikinsel. Ihr Favorit heißt Beny Moré, den man auf Kuba El Bárbaro del Ritmo nennt. Mary hat es nicht leicht mit Ernest, und böse Zungen behaupten gar, man sehe ihn in den Kneipen der Altstadt allzu oft mit einer schwarzen Lebedame, und hinter vorgehaltener Hand wird ihr Name – Leopoldina – geflüstert. Und Leopoldina, die Dame vom leichten Gewerbe, tanze die Rumba wie keine zweite.

Doch wenn Ernest, Mary und die Freunde im Floridita trinken, dann wird heile Ehewelt gespielt. Wenn ein Rumba-Trio an den Tisch kommt, wünscht Ernest sich, zu Mary gewandt, Besame mucho und Mary wiederum singt oft einen Bolero von Pedro Junco, der damals populär ist, Soy como soy.

Soy como soy, 
y no como tu quieras,
que culpa tengo yo
de ser así,
si vás a quererme,
quiéreme,
no intentes hacerme
como te venga bien a tí. 

Versuch bloß nicht, mich so zu formen, wie es dir in den Kram passt. Und wenn die selbstbewusste Mary den trotzigen Text auf Spanisch mitsummt, dann wandelt sie den Songtext ein wenig um. Statt Soy como soy, y no como tu quieras hört man ein wenig aufmüpfig meist ein Soy como soy, y no como Papa quiere. Ich bin wie ich bin, und nicht, wie Papa mich will.