Hemingways Welt – Wolfgang Stock auf Spurensuche

Hemingways Welt

Wolfgang Stock auf Spurensuche

Ernest Hemingway im “Cabo Blanco Fishing Club”

Ernest Hemingway im “Cabo Blanco Fishing Club” 5.00/5 5 votes

Cabo Blanco ist, neben Mancora, Punta Sal und Colán, eines der kleinen Seebäder an der Nordküste Perus, heute besonders beliebt bei Wellensurfern. Hier am Pazifik weht der Wind heftig und das Meer spielt den wilden Burschen. An Kilometer 1.137 der Panamericana liegt Cabo Blanco, das in den 50er Jahren der angesagte Treffpunkt der internationalen Sportfischer war.

Und irgendwie scheint die Uhr in Cabo Blanco still zu stehen. Das Dorf geht unaufgeregt seinem Alltag nach, und viel zu tun, gibt es hier nicht. Touristen verirren sich nur selten hierher, hier bleiben die Einheimischen unter sich. Jeder kennt jeden. Und dennoch weiß hier jeder – vom Halbwüchsigen bis zum Greis zweierlei: Dass es in Cabo Blanco Tage gab, wo man hier vor der Küste den besten und größten Fisch auf diesem Planeten fangen konnte. Und zweitens, dass der größte und beste Schriftsteller aller Zeiten fünf Wochen seines Lebens voller Glück in Cabo Blanco verbracht hat.

Und Ernest Hemigway hat seine Tage im Cabo Blanco Fishing Club genossen. Nach seiner Rückkehr nach Kuba widmet er in einem Interview mit der Zeitschrift Look seinem Gastland Peru eine lyrische Liebeserklärung. Wir haben 32 Tage gefischt, von der ersten Stunde des Morgens bis zur Dämmerung, bis es schwierig wurde, zu filmen. Das Meer schien wie ein riesiger Berg mit Schnee auf dem Gipfel. Wir konnten vom Kamm der Welle hinüber schauen aufs Land, dort wo der sandige Wind die Hügel an der Küste umschlang.

Nirgends auf der ganzen Welt gab es so etwas wie Cabo Blanco. Und der Cabo Blanco Fishing Club war unerreicht. Dieser Ort war einer der großartigen Ereignisse des Jahrhunderts”, meint Alfred C. Glassell, als man ihn 90-Jährig vor einiger Zeit interviewte. “Es gab vorher nicht Vergleichbares, und es wird auch nie mehr etwas Vergleichbares geben.” Und sein Urteil war klar: “Of all the places I fished in the world, it was the best.” Cabo Blanco war der beste Platz auf der Welt, denn man musste nicht weit hinaus fahren, um an die großen Fische zu kommen.

Der Black Marlin Boulevard im Norden Perus ist Geschichte. Eine großartige Episode im Leben einiger großartiger Menschen. So wie der alte Mann Santiago den Fisch fängt, ihn dann doch wieder verliert, so scheint auch dieses kleine Fischerdorf Cabo Blanco nach großen Tagen wieder zu dem zurückgekehrt zu sein, was es vor seiner Blütezeit mit dem Fishing Club einmal war. Ein kleines, staubiges Nest mit ein paar bunten Bretterbuden am Rande der Welt.

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Ernest Hemingways Arzt auf Kuba

Ernest Hemingways Arzt auf Kuba 5.00/5 7 votes
JoseLuisHerrera

José Luis Herrera Sotolongo auf “Finca Vigía”, San Francisco de Paula, Kuba

Ernest Hemingway ist ein Mann, der das Leben zu genießen weiß. Er feiert gerne, isst anständig und trinkt viel. Der Schriftsteller bewegt sich allerdings zu wenig, Sport bleibt in seinem Wortschatz ein Fremdwort. Man kann all dies nicht gerade als einen gesunden Lebenswandel bezeichnen, das sonnige Leben auf Kuba fördert den Müßiggang zudem auf seine Weise.

Doktor José Luis Herrera Sotolongo ist Ernest Hemingways Hausarzt auf Kuba. José Luis Herrera kümmert sich von 1940 bis zu dem Zeitpunkt als die Hemingways die Insel verlassen zwei Jahrzehnte um die Gesundheit des Schriftstellers. Dr. Herrera kommt meist mittwochs auf die Finca Vigía und schaut nach Hemingways Befinden. Der hohe Blutdruck, das Übergewicht, sein Lebenswandel. Und überhaupt.

Ernest Hemingway wiegt mit über 90 Kilo zuviel für seine Größe und wenn er nicht auf Diät gesetzt ist, nimmt sein Bauchumfang schnell mehr und mehr zu. An der Wand im Bad notiert der bärtige Schriftsteller jeden Morgen sein aktuelles Gewicht. Da Ernest ein wenig eitel ist, sorgt er jedoch dafür, dass sein Gewicht nicht ganz nach oben schießt.

Doch beim Saufen kennt Ernest Hemingway keine Kompromisse. Das exzessive Trinken machen dem Arzt am meisten Sorge. “Wenn Du weiterhin so viel trinkst, wirst Du nicht einmal Deinen Namen mehr schreiben können”, redet Dr. Herrera dem Autor ins Gewissen. Aber der Nobelpreisträger will davon nichts hören.

Neben dem Arzt wacht auch Ehefrau Mary über die Gesundheit des Schriftstellers. Er möge doch weniger trinken, Zucker sei tabu und vor allem solle er doch regelmäßig seine Runden im Swimmingpool drehen. Mary führt ein strenges Regiment, doch ihr Ehemann stellt die Ohren auf Durchzug. Auch auf seinen Arzt hört Ernest Hemingway nicht gerade.

Der Schriftsteller und José Luis haben sich 1937 im Spanischen Bürgerkrieg kennen gelernt, wo Dr. Herrera Sotolongo einer der Leiter des medizinischen Corps der XII. Internationalen Brigade unter dem ungarischen General Lukacz gewesen ist. Freundschaften, die man im Krieg schließt, so meint Ernest, sind die tiefsten Freundschaften. José Luis jüngerer Bruder Roberto Herreras gehört als Mayordomus ebenfalls zum engsten Kreis weniger Vertrauter auf Finca Vigía.

José Luis, der Arzt aus Spanien, besitzt zudem einen kurzen Draht zu den Rebellen der Sierra Maestra, er ist ein persönlicher Freund von Fidel Castro. Auch dies sollte noch von Nutzen sein.

Paris sucht Trost bei Ernest Hemingway

Paris sucht Trost bei Ernest Hemingway 4.93/5 14 votes
Ernest Hemingway Paris

“Die Welt” wundert sich: Wenn ganz Paris plötzlich Hemingway liest

Paris trauert. Ein paar Tage sind vergangen seit der IS Pariser Restaurants und eine Musikhalle mit Terror und Toten überzogen hat. Doch siehe da, es passiert etwas ganz Außergewöhnliches: Ein amerikanischer Autor, der die Heiterkeit dieser Stadt vor fast hundert Jahren beschrieben hat, wird samt seines Werkes urplötzlich wieder ans Licht geholt.

Paris, ein Fest fürs Leben heißt das Buch und Ernest Hemingway sein Autor. Von heute auf jetzt steigt das Buch an die Spitze der französischen Bestseller-Liste. Menschen legen das Werk nebst Blumen und Kerzen an den Ort der Anschläge, andere tragen das Büchlein wie eine Bibel mit sich herum.

In den Buchhandlungen ist Paris, ein Fest fürs Leben ausverkauft. Die Buchdrucker legen Sonderschichten ein. Die Pariser lesen wieder Ernest Hemingway. Warum? Was fasziniert an Zeilen, die vor fast einem Jahrhundert geschrieben wurden?

Nun, zunächst hat Ernest Hemingway wie kaum ein zweiter die Daseinsfreude und die Lebenslust dieser Metropole festgehalten. Er hat die Ausstrahlung in Worte gefasst, die diese Stadt gerade jungen Leute bietet. If you are lucky enough to have lived in Paris as a young man, then wherever you go for the rest of your life, it stays with you, for Paris is a moveable feast.

Besser kann man seine Zuneigung nicht ausdrücken: Wenn du als

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Ernesto in Cantina de Cuba

Ernesto in Cantina de Cuba 4.80/5 5 votes
Ernest Hemingway auf Kuba

Ernest Hemingway auf Kuba

In diesen Tagen fällt mir ein altes Photo in die Hand, das den kubanischen Ernest Hemingway zeigt. Ernesto in Cantina. Mit einen Paar, einer attraktiven dunkelhaarigen Frau und einem circa 50-jährigen Mann, in einer kubanischen Kneipe.

Ich versuche, das Photo einzuordnen. Das Paar kenne ich nicht, obwohl der Mann mir der Mann irgendwie bekannt vorkommt. Die Drei befinden sich in einer spärlichen Cantina, das Mobiliar ist sehr bieder, die Stühle sind noch hochgestellt, das Klo ist um die Ecke, links prangt der Schriftzug zur Damen-, rechts zur Männertoilette.

Der einfache Holztisch ist für vier Personen mit Tellern gedeckt, die vierte Person sieht man nicht, wahrscheinlich ist es der Photograph dieses Bildes. Vielleicht ist es Hemingways Ehefrau Mary, obwohl eine solch schlichte Cantina nicht Marys Welt ist. Aber ihr Ehemann mag dieses genügsame und unkomplizierte Leben auf Kuba.

Hinter dem Kopf der Frau sieht man

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Das El Floridita heute

Das El Floridita heute 3.33/5 3 votes
El floridita, Havanna/Kuba, im August 2015; Photo by J. Stock

El Floridita, Havanna auf Kuba, im August 2015; Photo by J. Stock

Als ich das erste Mal das El Floridita aufsuchte – man schrieb den April 1983 – da war das El Floridita noch das El Floridita. Eine grandiose Bar im dunklen Regency-Stil, mit diesem langen geschwungenen Bartresen, alles dezent, vornehm und doch irgendwie voller karibischer Heiterkeit.

Den Daiquirí bekam man fröhlich rüber geschoben und es war vielleicht der beste Daiquirí, der meinen Gaumen kitzelte. Man konnte eine Stunde in der Bar sein, oder auch zwei, man hatte seine Ruhe, wenn man wollte, oder auch mit anderen fröhlich sein. Die Bar war so, wie eine gute Bar sein sollte und auch der Kommunismus funktionierte damals so einigermaßen.

Das El Floridita war bei meinem Besuch 1983 nicht voll und auch nicht leer. Ein Dutzend Menschen waren drin: kubanische Geschäftsleute, ein paar Müßiggänger, sonstige Schluckspechte und ich.

Von Touristen und auch von Ernest Hemingway war wenig zu sehen. Hemingways war irgendwie präsent, dies aber nicht aufdringlich. Ein Gast unter vielen. So hätte er es gemocht, ohne Rummel. Dazu war ihm dieser Ort zu

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Ernest Hemingway geht auf Distanz zu Fidel Castro

Ernest Hemingway geht auf Distanz zu Fidel Castro 4.75/5 4 votes
Fidel Castro Finca Vigía

Fidel Castro auf Finca Vigía

Am 5. November schlagzeilt Havannas Tageszeitung El Mundo stolz: Von seiner Europareise zurück – Hemingway unterstützt die Revolution. Ernest Hemingway und Fidel Castro – ein neues Traumpaar?

Die Unterstützung des bärtigen Amerikaners und Nobelpreisträgers würde dem revolutionären Regime gut in den Kram passen. Doch die Wirklichkeit zeigt sich vielschichtiger. Nach einer ersten romantischen Phase sieht Ernest Hemingway die kubanische Revolution kritisch. Er merkt, wie er instrumentalisiert wird. Und wie sich so mancher Revolutionär in seiner Sonne hell bescheinen lässt.

Hemingways Haltung zur Revolution bleibt ambivalent. Zu Fidel Castro hält er eine gesunde Distanz. Auch wegen Manolo Castro. Manolo, ein enger Freund Hemingways seit dem Spanischen Bürgerkrieg, wird am 22. Mai 1948  von Kugeln durchsiebt auf einer Strasse in Habana Vieja gefunden. Hemingway verdächtigt die Rebellen der Tat.

Natürlich hat Ernest Hemingway, eigentlich ein unpolitischer Mensch, nicht

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Hemingway 2.0 – Schreiben wie der Meister

Hemingway 2.0 – Schreiben wie der Meister 3.78/5 9 votes
Schreiben wie der Meister

Schreiben wie der Meister

Schreiben können wie der Meister. Wer möchte das nicht? Ich zumindest bestaune sie jedes Mal: Diese wunderbar einfache Sprache, dieser auf das Wesentliche reduzierte Stil, diese kargen Dialoge.

Bei Ernest Hemingway sitzt kein Schnörkel zuviel, findet sich kein Füllwort, das nur füllen will. Sie bleibt unerreicht, diese uneitle Prosa, die verbirgt, zugleich jedoch die Phantasie kitzelt.

Ein solch perfektes Satz-Handwerk ist doch der Traum eines jeden guten Journalisten und Schriftstellers. Doch wie bloß soll man es hinkriegen?

Nun naht Beistand. Eine Mail auf meinem iPhone verspricht Abhilfe. Für 9,99 Dollar soll ich Hemingway 2.0 kaufen. Eine Software, die komplizierten Satzbau verhindert, unnötige Adjektive und Adverbien raus kegelt oder das Passiv durch Aktiv ersetzt.

Der Traum von einem idealen Stil. Wie dem auch sei. Ich werde die Software nicht erwerben. Der Hemingway-Editor kann mir gestohlen bleiben. Aus zwei Gründen.

Erstens bin ich Romantiker, der daran glaubt, dass Hirn stärker ist als Blech und Draht. Ein Computer soll schreiben können wie der Meister? Ein Witz! Unvorstellbar!

Und zweitens investiere ich 10 Dollar lieber in Hemingway analog. Ich gehe lieber in

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Ernest Hemingway lernt zu Boxen

Ernest Hemingway lernt zu Boxen 4.25/5 8 votes
Selbst Weintrinker lieben das Boxen

Selbst Weintrinker lieben das Boxen

Dieser Ernest Hemingway ist, so würde das heutige Marketing analysieren, ein vertrauter Markenartikel. Jeder, der den Namen hört, vermag sich etwas darunter vorzustellen, jeder weiß für was der Mann steht.

Seine Person, sein Leben ist von seinem Werk nicht zu trennen. Dieser Schriftsteller lebt wie eine seiner Romanfiguren und er stirbt auch so.

William Faulkner, der Nobelpreis-Kollege, meint denn auch, wohl ein wenig neidisch: “Den wenigen, die ihn gut kannten, war er als Mann fast so viel wert wie die Bücher, die er geschrieben hat.”

Ernest Hemingway ist ein ziemlicher Angeber, wohl im Leben mehr und im Schreiben weniger. Er zeigt sich gern in der Pose des Boxers, wumm und weg, als Kerl, der sich durchzuboxen weiß. Als Mann für den die Welt in Gewinner und Verlierer zu teilen ist.

Und auch die Literatur mag er mit einem Boxkampf vergleichen. Ich habe sachte angefangen, und dann Herrn Turgenew geschlagen. Dann habe ich hart trainiert und Herrn de Maupassant besiegt. Anschließend bin ich zwei Runden in den Ring mit Herrn Stendhal und konnte einen guten Haken setzen.

Alles Europäer, die sich der amerikanische Meister da als Gegner vornimmt. Der Respekt jedoch vor dem einen oder anderen bleibt. Aber keiner wird mich dazu bringen mit Herrn Tolstoi in den Ring zu steigen, es sei denn, ich wäre verrückt oder verbessere mich kolossal.

Ein solches Selbstlob mag aufgeblasen klingen, gar ein wenig nach Boxerlatein. Doch Obacht, den Mann aus Chicago plagen keine nennenswerten Selbstzweifel und er weiß zu kämpfen wie ein Löwe. Im Leben und vor dem Papier.

Und die Jahre, die ins Land gegangen sind, haben ja gezeigt, wo die Kollegen verblieben sind. Die allermeisten sind der Vergessenheit anheim gefallen, sie werden nicht mehr gelesen, ihre Themen und ihre Prosa wirken wie aus der Zeit gefallen.

Nur der bärtige Amerikaner, der eigentlich immer mehr Abenteurer als Literat sein wollte, wird noch heute verschlungen ganz wie in der guten alten Zeit. Tolstoi, Stendhal, de Maupassant, Thomas Mann, André Gide – Ernest Hemingway, der Boxer für die Ewigkeit, hat sie letztlich alle zu Boden gestreckt. Über 15 Runden freilich, dann aber doch mit einem kräftigen späten Knock out.

Hemingway und Uncle Willie

Hemingway und Uncle Willie 4.50/5 6 votes
Hemingway' Cats

Hemingway’ Cats

Ernest Hemingway mag die Menschen und noch mehr mag er die Tiere. Auf seiner Farm in San Francisco de Paula auf Kuba umgibt er sich mit Hunden und Katzen.

Auch wenn es zeitlebens seine Leidenschaft bleibt, Tiere zu Land und im Wasser zu jagen und auch zu erlegen. All das mag sich ein wenig schizophren anhören, ein guter Seelendoktor wird ein solches Paradoxon jedoch aufzuklären wissen.

Wenn Ernest Hemingway auf seiner Finca ein verletztes Tier findet, dann pflegt er es gesund. Auf Finca Vigía hält sich Ernest Hemingway ganze Herden von Haustieren. Die Katzen, elf an der Zahl, liebt er über alles.

Katzen lügen nicht. A cat has absolute emotional honesty: human beings, for one reason or another, may hide their feelings, but a cat does not. Katzen zeigen ihre Gefühle, ohne etwas verbergen zu wollen.

Als Uncle Willie, seine Lieblingskatze, auf der Straße von einem Auto angefahren wird und sich beide rechten Beine bricht, da muss er sie einschläfern. Hemingway selbst tötet das Tier mit einem Kopfschuss.

Daraufhin verfällt er in

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Mary Welsh über Ernest Hemingway

Mary Welsh über Ernest Hemingway 4.67/5 3 votes
Mary Welsh und Ernest Hemingway

Mary Welsh und Ernest Hemingway; Havanna/Kuba, 28. Oktober 1954

Cabo Blanco, im April 1956

Während Ernest Hemingway und seine Freunde jeden Morgen auf der Miss Texas hinaus fahren, weilt Mary Welsh ein wenig luxuriöser auf einem anderen Boot. Hemingways Ehefrau findet man stets an Bord der Pescadores Dos, die unter dem Kommando des einheimischen Schiffsführers Rufino Tume steht.

Die Pescadores Dos ist ein neues Boot des Cabo Blanco Fishing Clubs, die Yacht besitzt eine große Kabine mit sechs Bullaugen, einen breiten Sonnenschutz, der das ganze Heck abdeckt und einen langen Mast, auf den Besatzungsmitglieder bis auf halbe Höhe zu klettern vermögen.

Manuel Jesús Orbegozo von La Crónica darf nicht mit auf Hemingways Boot, auf die Miss Texas. Aber er will auch nicht den Scoop seines Journalistenlebens vermasseln. Deshalb schleicht sich Orbegozo am frühen Morgen an das andere Ende des Hafens, schnappt sich kurzerhand eine dort stehende Kühltasche mit Vorräten und klettert an Bord der Pescadores Dos, so als sei er Teil der Besatzung. Dort versteckt der Reporter sich dann in der kleinen Bordtoilette.

Eine halbe Stunde nach Auslaufen kommt

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