
Es ist die Welt des Ernest Hemingway: Ronda, die magische Stadt im andalusischen Hinterland. Sie gilt als eine der Wiegen des modernen Stierkampfs. Der Nobelpreisträger ist eng mit der Torero-Dynastie Ordóñez aus Ronda befreundet. Besonders mit Antonio Ordóñez, dem Sohn von Cayetano Ordóñez. Hemingway bewundert Cayetano bereits seit den 1920er-Jahren, in seiner Zeit geht ihm der Ruf als elegantester Matador Spaniens voraus.
Am liebsten schaut sich Ernest Hemingway die Kämpfe in Ronda an. Die dortige Plaza de Toros gilt als eine der schönsten weit und breit. Die kreisrunde Anlage dient zahlreichen Stierkampf-Arenen weltweit als Vorbild. Die Plaza in Ronda wurde im 18. Jahrhundert von dem Architekten José Martín de Aldehuela erbaut, als Sandsteinbau mit einer auf Säulen ruhenden Bogengalerie. Außerdem wurden in Ronda vor über zweihundert Jahren die bis heute geltenden Regeln des Stierkampfs festgelegt.
Zwischen dem kleinen Ronda und dem großen Sevilla besteht seit jeher ein Konkurrenzverhältnis. Die Rondeños stehen für einen nüchternen und statischen Stil. Die Sevillanos hingegen setzen auf Eleganz und Ästhetik. Mit Sevilla ist der Nobelpreisträger nie warm geworden, obwohl die dortige Arena direkt am Guadalquivir als Prunkstück gilt. Für Ernest bleibt das bodenständige Ronda die Nummer eins.
Das wohl berühmteste Hemingway-Foto aus Ronda datiert vom 10. September 1959. Es zeigt ein historisches Treffen in Ronda: Ernest Hemingway gemeinsam mit dem legendären Torero Antonio Ordóñez und dessen Vater Cayetano. Der Vater, in der Stierkampfwelt als Niño de la Palma bekannt, dient als reales Vorbild für den 19-jährigen Torero Pedro Romero in Hemingways Roman Fiesta.
Im Umfeld der berühmten Plaza de Toros de Ronda entsteht das Foto. Im Hintergrund sind ein großes Tor und ein Reiter auf einem Pferd zu sehen, was auf den Einzug oder die Vorbereitungen zu einer Corrida hindeutet. Um den US-Amerikaner herum stehen mehrere Männer in der traditionellen Tracht der Toreros, dem Traje de Luces, dem sogenannten Lichterkleid.
Der 60-jährige Ernest verbringt den Sommer und Frühherbst 1959 in Spanien, um die Rivalität zwischen den beiden Spitzen-Toreros der Epoche zu dokumentieren: Antonio Ordóñez und Luis Miguel Dominguín. Es ist ein eindruckvolles Foto, das Hemingways Liebe zu Andalusien erahnen lässt. Der Nobelpreisträger, umringt von Spaniern, taucht ein in die Volkskultur seines Gastlandes. Der Fotograf des wunderbaren Bildes heißt
![]()








