Hemingway-Zigarren. Obwohl er nicht geraucht hat.

Dieser bärtige Schriftsteller, so wird ein global aufgestellter Marketing-Fachmann früher oder später feststellen, this author is a brand. Der gute alte Hemingway ist ein Markenartikel. Und welch ein wertvoller Markenartikel! Ein Markenartikel jedenfalls, der im tagtäglichen Business auf Heller und Pfennig auszahlt.

Über Jahre bin ich an den Fersen von diesem Ernest Hemingway und musste in jener Zeit einiges in Sachen Merchandising erblicken, das bestenfalls um drei Ecken mit hoher Literatur zu tun hat: Hotels, die so heißen wie er, Ferienanlagen, Kneipen und Bars mit seinem Namen, tonnenweise T-Shirts, Flaschenkorken, Kaffeebecher, Poster, Postkarten, Sonnenbrillen auf seinen Namen, Zigarettenetuis, Hemingway-Seife, Briefbeschwerer mit seinem Bartgesicht.

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Briefmarken in aller Welt. Welcher Schriftsteller schafft mehr?

Und die Liste geht lustig weiter: Zigarren, Krawatten, Schlüsselanhänger, Manschettenknöpfe, Kappen mit Zitaten von ihm, Küchenschürzen, Schränke, Wohnzimmermöbel, Schuhe, Notizbücher, Software. Dazu Münzen und Briefmarken, aus aller Welt, auf allen Kontinenten.

Auch wenn der ganze Trubel bisweilen überstrapaziert wird, so beweist er doch eines: Der Name Hemingway, dieser kernige Bursche aus Amerikas Mittlerem Westen, steht als Synonym für Lebensfreude und Abenteuergeist. Und das, obwohl dieser Mann seit fast 60 Jahren tot ist. Oder doch nicht?

Ich vermute, dass auf der ganzen Welt kein Nobelpreisträger der Literatur auszumachen ist, dem mehr Denkmäler, Büsten, Skulpturen und dergleichen gewidmet sind, wie diesem Rabauken aus Oak Park bei Chicago. Und dies nicht nur an einem Ort, sondern verstreut in alle Himmelsrichtungen. In Pamplona, Ronda und Barcelona, auf Kuba und in den Rocky Mountains, im Schwarzwald und dem Vorarlberg, in Paris und Key West. In Italien und in der Schweiz, in Tansania und der Türkei. Dieser Schriftsteller hat seinen Radius weit gezogen.

Wenn ich, sagen wir mal, ein Bierbrauer wäre, der sein Produkt weltweit – von Kanada bis Feuerland, von San Francisco bis Mombasa – verkaufen müsste, so würde ich meine Biermarke Hemingway nennen. In jeder Ecke dieses Globus wüsste man, um welche Geschmacksrichtung es in etwa geht. Obwohl, unter uns, er hat Bier nicht ausstehen können. Aber, auch das wird einem schnell klar, man darf bei diesem Kerl nicht allzu kleinlich sein.

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