
Am 15. November befindet sich Hemingway im Hauptquartier bei seinem Freund Colonel Buck Lanham. Der Zeitpunkt könnte nicht dramatischer sein: Schon am folgenden Tag beginnt für die 3.200 Soldaten des Regiments die Operation Queen. Der Auftrag lautet, das von der Wehrmacht fanatisch verteidigte Großhau einzunehmen, um den Weg in Richtung Rur zu ebnen. Hemingway ist an Lanhams Seite, als dieser vor der Offensive seine Einheiten inspiziert.
Nach vierzehntägigen Kämpfen fällt das kleine Dorf am 29. November 1944. Als Ernest die Ruinen besichtigt, liegt der Ort noch immer unter deutschem Artilleriefeuer. Der Preis für den Geländegewinn ist extrem hoch: Das 22. Infanterieregiment verliert 2.773 Mann – Tote, Verwundete und Vermisste.
Der Winter 1944/1945 ist in der Eifel einer der kältesten seit Jahrzehnten. Die US-Soldaten sind in Kleidung und Ausrüstung nicht auf Kämpfe in Schnee und Frost vorbereitet. Alles ist neu für sie, die Amerikaner haben bisher nie in einer solch harschen Winterlandschaft gekämpft. Selbst am Tag bleibt es bitterkalt und bei Nachttemperaturen von minus 20 Grad erfrieren den Infanteristen in den Stellungen die Arme und Beine.
Die US-Truppen stecken in der Eiseskälte fest; jeder Meter Boden muss unter schwersten Verlusten abgerungen werden. Seit Wochen ist die Frontlinie zwischen Vossenack und dem auf einem Plateau gelegenen Kommerscheidt wie eingefroren. Bei eisigen Temperaturen, dichtem Nebel und zerklüftetem Gelände liefern sich beide Seiten einen erbitterten Abnutzungskampf, bei dem keiner der Kriegsparteien ein entscheidender Durchbruch gelingt – ein zermürbender Stillstand, der den Soldaten auf beiden Seiten das Letzte abverlangt.
Seit Wochen schon zieht sich die Allerseelenschlacht, auch bekannt als die Battle for Schmidt. Das Dorf bei Nideggen ist der Kreuzungspunkt vieler Wege und durch seine Lage auf einer Anhöhe im so genannten Stolberg-Korridor operativ von Gewicht. Ab dem 2. November ringen die US-Armee und die Wehrmacht um jede Straße und jedes Gebäude.
Die amerikanischen Verbände versuchen, den Ort zu erobern, während die deutsche Seite in einem Häuserkampf mit aller Kraft Widerstand leistet. Die US-Truppen nehmen Schmidt schließlich ein. Wenig später müssen sie den kleinen Ort aber nach deutschen Gegenangriffen wieder aufgeben.
Wegen der zahlreichen Erdhügel und Waldungen ist das Gelände um die Eifeldörfer in hohem Grade unübersichtlich. Tagelang fechten die US-Truppen am Ochsenkopf und am weiter östlich gelegenen Burgberg gegen einen fast unsichtbaren Feind. Die Wehrmacht hat sich in den Bergbunkern verschanzt und feuert ihre Gewehrsalven auf die überlasteten Angreifer. Erst am 7. Dezember 1944 erobern die Amerikaner die strategisch wichtige Anhöhe.
Im westlichen Hürtgenwald bewegt sich Ernest nur wenige Kilometer vom Kampfgeschehen entfernt. Aufenthalte so nahe der Front bleiben mit Risiken verbunden. Auch Hemingway selbst gerät in Gefahr.
Auf einer Ausfahrt am 3. Dezember brüllt er den
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