Das moderne Leben der Simone de Beauvoir – Ernest Hemingway findet es prima.

Auf seiner entlegenen Finca Vigía lebt Ernest Hemingway das Leben, das er sich immer erträumt hat. Der bärtige Amerikaner liebt das kubanische Meer über alles und die Lebensart der Kubaner nicht minder. Das Glück, das er auf Kuba und der Finca Vigía empfängt, möchte er gerne mit anderen teilen.

Häufig kommt Besuch auf sein Anwesen im Süden der kubanischen Hauptstadt, Freunde aus Havanna, oder auch Besuch aus Übersee. In dem langgezogenen Esszimmer bewirtet das Ehepaar die Gäste, hier empfangen Miss Mary und Ernest ihre Freunde, oftmals gänzlich unbekannte Zeitgenossen, aber auch prominente Kollegen und illustre Berühmtheiten. So kommen Jean Paul Sartre und Simone de Beauvoir, Ernest Hemingway ist über Jahrzehnte mit dem französischen Paar gut befreundet.

Nahe gekommen sind der Amerikaner und die Französin sich zu Ende des Zweiten Weltkriegs in Paris. Ernest Hemingway ist bekanntlich ein Kerl, der mitnimmt, was er nur kriegen kann. Keine attraktive Frau bleibt vor ihm sicher. Die Kollegin Simone de Beauvoir, eine kluge französische Autorin und Feministin, vernascht er Ende 1944 auf die Schnelle im Ritz, als er gerade zurück nach Paris von den schrecklichen Kämpfen im Hürtgenwald bei Aachen kommt.

Später macht Ernest sich lustig und parodiert die Philosophin in seinem knuddeligen Französisch. Faut coucher avec Hemingway avant qu’il part un autre fois aux front. Peut etre tuer. Sie sollte rasch mit Hemingway ins Bett steigen, bevor der wieder an die Front geht. Er könnte dort ja getötet werden.

Während Hemingway und Simone de Beauvoir oben auf dem Zimmer lustig zugange sind, sitzt ihr langjähriger Lebensgefährte Jean-Paul Sartre in der Lobby des Ritz, liest derweil Le Monde und zieht an einer Zigarette. Offene Ehe, denkt Ernest, großartige Sache!