Auf den Fersen von Ernest Hemingway

Schlagwort: Pauline Pfeiffer

Ernest Hemingway in Paris – Abschied aus dem Paradies

Der Mann geht, sein Mythos bleibt. Im Le Pré aux Clercs, seinem Lieblingslokal in den ersten Wochen, erhalten die Bücher eine Ehrenreihe oberhalb der Schanktheke. Foto: W. Stock, Oktober 2022.

In den Vereinigten Staaten zeigen sich die Leser verstört, als sie sich 1926 durch die Seiten seines in Paris geschriebenen Romans The Sun Also Rises arbeiten. Ernest Hemingways unverhohlene Schilderung der sexuellen Laxheit in den französischen Künstlerkreisen und die Zechtouren in Paris und Spanien wirken Mitte der 1920er Jahre auf das biedere Publikum – es ist das Jahrzehnt der Prohibition in den USA – wie ein Horrortrip durch das Reich des Satans.

Der beschwingte Alltag in Paris inspiriert den jungen Amerikaner, ebenso wie die zahlreichen Museen und Galerien seinen Horizont erweitern. Auch das freie Leben weiß er, der in der freudlosen Bigotterie der Vorstadt aufgewachsen ist, zu schätzen. Die Leidtragende ist Hadley. Denn mit der ehelichen Treue hält er es von Beginn an locker bis oberlocker.

Mit der acht Jahre älteren Hadley Richardson hat er einen mütterlichen Frauentyp geheiratet. Ernest ist glücklich, auch weil er geliebt wird, ebenso wie die Geburt des Sohnes John im Oktober 1923 ihn erfreut. Aber es reicht ihm nicht, sein Nachholbedarf scheint enorm. Es ist fast so, als sei er von der Obsession befallen, etwas zu verpassen im Leben.

Auf ein Experiment lässt Ernest sich mit der androgyn auftretenden Pauline Pfeiffer ein. Die Modejournalistin ist klein, dünn, flachbrüstig, ganz und gar nicht sein Beuteschema, doch irgendetwas zieht ihn an. Die lebhafte Pauline tritt so ganz anders auf als die fürsorgliche Hadley. Pauline passt in die damalige Zeit und sie passt zu Paris. Aber passt sie auch zu dem Schriftsteller?

Ernest Hemingway hängt einem traditionellen Rollenverständnis zwischen Mann und Frau nach, er bewundert Hadley als verständnisvolle Ehefrau und aufopfernde Mutter. Einerseits braucht er dieses althergebrachte Muster als Fundament für seinen Alltag, doch andererseits verliert er schnell die Lust am konventionellen Idyll. Ernest will in Paris ausprobieren, er will sich heraus trauen aus der heilen Welt der Kirchgänge und Hauskonzerte in Oak Park.

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Verneigung vor einer Stadt, die aus einem alten Bahnhof ein wunderbares Museum machen kann. Musée d’Orsay. Foto: W. Stock, Oktober 2022.

Bei seiner Abnabelung in Paris stellt sich heraus: Er ist ein lausiger Ehepartner. Dabei überraschen weniger seine Seitensprünge, schlimm genug, vielmehr verstört die Rücksichtslosigkeit mit der Ernest Hemingway die Partnerschaft mit seiner großen Liebe abhakt. Ohne mit der Wimper zu zucken und ohne jedes Schuldgefühl wendet er sich von Hadley ab. Freundschaften kann er hegen und pflegen, doch seine wunderbare Ehefrau hintergeht er auf charakterlose Art und Weise.

Diese emotionale Skrupellosigkeit wird man zukünftig als Schablone auf sein Verhalten gegenüber Frauen und Partnerinnen legen können. Die Bewunderung anderer Frauen tut ihm gut, die sexuellen Eroberungen plustern sein Selbstwertgefühl auf. Sein Durchbruch als Schriftsteller Mitte der 1920er Jahre setzt ihn zusätzlich unter Strom. Quasi parallel zum Erfolg als Autor läuft seine Karriere nun auch als Schürzenjäger peu à peu zu Hochtouren.

Doch je mehr die Kerben in seinem Revolver zunehmen, desto dünnhäutiger wird er. Weil er in seinem Wertegerüst nicht stabil ist und auch, weil seine Persönlichkeit in Sachen Liebe emotional nicht mitwächst. Wenn er das Gefühl hat, von einem Menschen gekränkt zu werden oder in seinen Empfindungen verletzt zu sein, dann reagiert er wie ein angeschossenes Raubtier. Er kontert dann mit offener Aggression, mit kaum verborgenem Hass, er verhöhnt die betreffende Person lang und breit in seinen Werken.

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Im Panthéon, der Ruhmeshalle der Nation, sind von Voltaire über Émile Zola bis André Malraux die großen Schriftsteller Frankreichs bestattet. Mit Josephine Baker wird auch eine US-Amerikanerin geehrt. Wenn er nicht falsch abgebogen wäre, möglicherweise wäre noch Platz für einen weiteren Amerikaner gewesen. Foto: W. Stock, Oktober 2022.

Am schlimmsten ist es, wenn er nicht genug beachtet wird. Dann entlädt sich umgehend seine Wut. Gerade auf Frauen. Wenn er sich wieder einigermaßen beruhigt hat, dann merkt er schon, dass eine abermalige Niederlage dazu gekommen ist. Und er selbst es gewesen ist, der sich eine weitere Narbe in seine Seele eingeritzt hat. Und bittere Niederlagen gibt es zuhauf.

Warum vermag Ernest nicht, die rückhaltlose Liebe seiner Ehefrau wertzuschätzen? Am Ende steht die bittere Scheidung. Wer eine solch wunderbare Frau wie Hadley ablegen kann, der wird auch Paris ablegen. Ernest reitet sich immer tiefer ins Desaster. Denn Paris kann man nicht ablegen, so wie man eine alte Jacke in die Kleidersammlung gibt. Und auch Hadley zu verlassen, ist ein schwerer Fehler. Er wird seine Riesendummheit einsehen, spät, sehr spät. 

In seinen letzten Lebenstagen in den Bergen Idahos kreisen seine Gedanken oft um Hadley und Paris. Er telefoniert mit ihr, es erinnert ihn an die schöne Zeit in der Stadt an der Seine. Wenn Du das Glück hattest, als junger Mensch in Paris zu leben, dann bleibt die Stadt bei Dir, einerlei wohin Du in Deinen Leben noch gehen wirst, denn Paris ist ein Fest fürs Leben.

Wie kein anderer Ort hat Paris, nur drei Buchstaben vom Paradies entfernt, diesen garstigen Romantiker aus dem Norden Amerikas geprägt. Hemingway und Paris – es hat wunderbar gepasst. Er lebt in der lässigen Ungezwungenheit von Paris, weiß im Grunde aber nicht,

Von Key West blickt Ernest Hemingway hinaus aufs Meer

Ernest Hemingway und ein kapitaler Thunfisch. Mit dabei die beiden Söhne Patrick und John. Bimini, um 1933. Credit Line: Ernest Hemingway Collection. John F. Kennedy Presidential Library and Museum, Boston.

Ernest Hemingway und Pauline Pfeiffer bleiben nach ihrer Hochzeit in Paris noch ein knappes Jahr in der französischen Hauptstadt, brechen dann Ende März 1928 die Zelte in Europa ab und verlegen den Hausstand in die heimatlichen USA. Pauline hält an ihrer Wohnung in Paris als Feriendomizil noch eine Zeit lang fest. Doch der Blick des Ehepaares ist nach Amerika gerichtet, die neue Mrs. Hemingway ist schwanger und möchte mit dem Nachwuchs näher an die Familie rücken.

Pauline und Ernest nehmen am 17. März 1928 von La Rochelle den Ozeanliner Orita mit Ziel Havanna, wo sich die beiden im Hotel Ambos Mundos einquartieren. Zwei Tage bleiben Mr. und Mrs. Hemingway in Kubas Hauptstadt und buchen dann Anfang April die Fähre nach Key West, wo sie ein Appartement in der Simonton Street mieten. Das Ehepaar schaut bei Paulines wohlhabender Familie in Arkansas vorbei und reist in den ersten Monaten kreuz und quer umher, unentschlossen in der Wahl eines festen Wohnsitzes.

In Kansas City wird im Juni 1928 der Sohn Patrick geboren, auch mit dem kleinen Patrick setzen Pauline und Ernest ihr Nomadenleben fort. Immer nur wenige Tage oder Wochen halten sie sich auf in Wyoming, in Saint Louis, in Chicago, in Massachusetts oder in Manhattan. Des Umherreisens überdrüssig, beschließt das Ehepaar, sesshaft zu werden. Sie mieten für die dreiköpfige Familie ein Haus in Key West, an der 1425 Pearl Street für 100 Dollar im Monat.

Key West ist damals eine Kleinstadt von 12.000 Bewohnern, sie gilt als lebensfrohes Fleckchen mit einer geerdeten und hemdsärmeligen Bevölkerung. Das Städtchen mit dem ewigen Hochsommer, das Saint-Tropez für Arme, wie Hemingway gegenüber Freunden scherzhaft anmerkt, ist vom Meer umgeben. Das Idyll liegt an der Spitze der Keys. Südlicher kann man in den USA nicht leben, nach Kuba ist es ein Katzensprung.

Die Hemingways, unter der ganzjährigen Tropensonne und an dem blauen Meer, beginnen sich schnell heimisch zu fühlen in Südflorida und planen, in Key West Wurzeln zu schlagen. Die Familie wohnt ab April 1931 in einem gewaltigen Kolonialhaus an der Whitehead Street, Nummer 907, das Paulines Onkel Gustavus Adolphus Pfeiffer, der Bruder ihres Vaters, für die beiden gekauft hat. Uncle Gus finanziert dem Ehepaar die edle Immobilie, ein verzögertes Hochzeitsgeschenk, wie er gönnerhaft anmerkt. 

Im November 1931 wird Gregory Hancock Hemingway, Ernest dritter Sohn, in Kansas City geboren. Das Ehepaar, nun mit zwei Kindern, lebt fortan in dem neuerworbenen Haus in Key West. Das prachtvolle Anwesen liegt in der historischen Altstadt, ganz in der Nähe des Leuchtturms. Das Haupthaus ist im Jahr 1851 von einem reichen Reeder erbaut worden und dem französischen Kolonialstil nachempfunden. 

Zum Grundstück gehört eine Remise, deren obere Etage als Schreibstube für den Schriftsteller ausgebaut wird. In dieser umgebauten Scheune kann der Autor in Ruhe an seinen nächsten Romanprojekten tüfteln. Zwar ist Ernest Hemingway in den 1930er Jahren bereits ein renommierter Schreiber, jedoch noch nicht der Mann von Weltruhm und der Haudegen späterer Jahre.

Von Key West aus blickt Ernest Hemingway hinaus aufs Meer. Mit dem Boot seines Freundes Joe Russell, später mit der eigenen Pilar, erkundet er das ewig blaue Meer vor den Keys. Der Autor sonnt sich in seinem Ruhm, und man trifft in Key West auf einen scheinbar beschwingten und selbstgewissen Mann, dessen Name auf den Umschlägen gut verkäuflicher Bücher glänzt und über den Portalen der Filmtheater leuchtet. 

Das Matrosenleben in Südflorida beflügelt

Ernest Hemingway & Pauline Pfeiffer

Ernest Hemingway und Pauline Pfeiffer auf ihrem tropischen Anwesen in Key West, Florida. Credit Line: Ernest Hemingway Collection. John F. Kennedy Presidential Library and Museum, Boston.

Die Scheidung von Hadley ist im Januar 1927 durch, im Mai wird Pauline Pfeiffer dann die zweite Ehefrau von Ernest Hemingway. Die Flitterwochen verbringt das verliebte Pärchen in Le Grau-du-Roi, in der Camargue. Pauline sei eine lebenslustige Frau mit viel Humor, eine hervorragende Journalistin, so wird sie von Kollegen beschrieben, sie habe für ihre Zeitschriften großartige Geschichten geschrieben. Ernest Hemingway zeigt sich von der gewandten Frau hellauf begeistert.

Die Hemingways kehren Paris bald den Rücken und beschließen nach der Übersiedlung in die USA, sich in Florida fest niederzulassen. Die Familie wird in Key West Wurzeln schlagen, ganz an der Spitze der Keys. Das Ehepaar, nun mit den Kindern Patrick und Gregory, wohnt ab April 1931 in einem edlen Kolonialhaus an der Whitehead Street, Nummer 907. Das vornehme Anwesen hat Paulines Onkel Gustavus Adolphus Pfeiffer, der Bruder ihres Vaters, für die beiden gekauft.

Zusammen mit Pauline lebt der Schriftsteller von 1931 bis 1939 in dem Haus von Key West. Meist verbringt die Familie dort die in Florida sonnigen Wintermonate, im Sommer geht es dann nach Europa oder oft in die Berge, nach Wyoming oder Montana, wo Ernest seiner Leidenschaft, dem Jagen, nachgehen kann. Der Schriftsteller ist eine Größe in der Stadt, er hat einen beachtlichen Freundeskreis aufgebaut. Ernest Hemingway schreibt vormittags, nachmittags geht er mit den Freunden fischen im Golf von Florida und abends ist er zumeist im Sloppy Joe’s anzutreffen

Alles in allem sind es vergnügte Tage, Wochen und Monate in Key West, doch ist Ernest Hemingway in jenen Jahren wirklich glücklich? Hat er seine Mitte gefunden? We have a fine house here, and the kids are all well, schreibt er in einem Brief, das Haus sei schön und die Kinder wohlauf. Als Schriftsteller hat er sich einen ordentlichen Namen gemacht, doch Freunde bemerken an ihm eine innere Getriebenheit. Und auch die Ehe mit der kränklichen Pauline köchelt nur noch lau vor sich hin.

Während des Spanischen Bürgerkrieges fängt Ernest Hemingway eine handfeste Affäre mit der Kollegin Martha Gellhorn an. Seit der Jahreswende

Im Montafon begeht Ernest Hemingway den schwersten Fehler seines Lebens

Im idyllischen Schruns, in den österreichischen Alpen, verpasst der Hallodri Ernest Hemingway seiner Ehe mit der patenten Hadley den Todesstoss.
Foto: W. Stock, Juni 2019

Die Jahre von 1922 bis 1925 werden zu einer erlebnisreichen Zeit für Ernest Hemingway. Er lebt in Paris, wo er in den avantgardistischen Künstlerkreisen als schreiberisches Talent auf sich aufmerksam macht. Er ist arm, aber glücklich und voller Träume. Die Liebe zu seiner Ehefrau Hadley erfüllt ihn, ebenso die Geburt des ersten Sohnes John. Und zu den Glücksmomenten gehören auch die beiden langen Winterurlaube im Montafon. Doch er selbst wird es sein, der dieses wunderbare Glück zerstört, bei seinem zweiten Aufenthalt in Schruns, er wird die Torheit bis an sein Lebensende bereuen.

Dem ersten Aufenthalt im Vorarlberg schließt sich im darauf folgenden Winter ein zweiter an. Am 11. Dezember 1925 nehmen die Hemingways vom Gare de l’Est den Nachtzug nach Österreich und fahren wiederum ins Montafon. Die dreiköpfige Familie Hemingway kommt zurück nach Schruns und quartiert sich abermals im Hotel Taube ein. Das Glück scheint aufs Neue perfekt.

Das Tal war weit und offen, sodass man viel Sonne hatte, schreibt Ernest Hemingway in Paris – Ein Fest fürs Leben. Man trifft sich in Schruns wieder als gute Freunde und sieht in vertraute Gesichter. Es werden zunächst unbeschwerte Tage für die kleine Familie, doch über dem Glück des jungen Ehepaares ziehen an Weihnachten 1925 dunkle Wolken auf. Ihr Name lautet Pauline.

Am 24. Dezember kommt die gertenschlanke Pauline Pfeiffer nach Schruns, eine gute Freundin von Hadley, die alle Fife rufen. Die 30-jährige Millionärstochter aus Piggott in Arkansas, auch sie lebt in Paris, ist eine lebenshungrige, lockere Frau, die keinem Abenteuer aus dem Weg geht. Fife wirft die Köder aus und lockt den armen Ernest, er braucht nur zuzubeißen. Dass ihr Opfer der Ehemann ihrer guten Freundin ist, scheint der flotten Pauline egal zu sein. 

Zunächst merkt die brave Hadley nichts. Sowohl im Hotel Taube als auch im Posthotel Rössle in Gaschurn weilen alle drei – nicht im selben Zimmer, so doch unter einem gemeinsamen Dach. Und es gibt den einen oder anderen, der behauptet, der von Gefühlswallungen übermannte Ernest Hemingway habe des abends gar beide Zimmer, das der Ehefrau und auch jenes der Geliebten, aufgesucht. Hadley merkt immer noch nichts.

In den nächsten Tagen gestaltet Ernest Hemingway die Dreiecksbeziehung mehr und mehr unverfroren, er ist von

Pauline Pfeiffer – die zweite Ehe

Ernest Hemingway und Pauline Pfeiffer auf dem Hochzeitsfoto, in Paris am 10. Mai 1927; Credit Line: Ernest Hemingway Collection. John F. Kennedy Presidential Library and Museum, Boston.

Die wohlhabende Amerikanerin Pauline Pfeiffer arbeitet Korrespondentin der Modezeitschrift Vogue in Paris, sie und ihre Schwester Virginia schmeißen in der Stadt an der Seine mit dem Geld nur so um sich. Die 30-jährige Pauline erweist sich als eine lebenshungrige, lockere Frau, die stramm auf ihr Ziel zusteuert. Und ihr Ziel heißt Ernest. Pauline lockt und ködert ihn mit allem, was einer freizügigen Frau so als Köder gegeben ist, Ernest verhält sich in solchen Situation wie immer, er zeigt sich ziemlich hilflos.

Die fesche Pauline sieht aus wie einer Ausgabe der Vogue entsprungen. Modisch, ausgefallen, ein wenig androgyn, flachbrüstig, schwarzes Haar im Kurzschnitt, knallrote Lippen. Pauline und der angehende Schriftsteller lernen sich in Paris kennen und es wird eine leidenschaftliche Affäre. Der Sex mit Pauline sei sensationell, berichtet Ernest begeistert, das Blut des jungen Journalisten gerät in Wallung. Explosiv, ungeniert und laut, sie bestimmt, wo es langgeht, sie steigt auf mich drauf und kriegt ihren Höhepunkt, als wäre es ein Gewittersturm.

Ernest Hemingway hat seiner ersten Ehe mit der patenten Hadley bereist einen Tiefschlag verpasst, er hat zuvor eine Affäre mit einer extravaganten Engländerin, Duff Twysden, in Pamplona 1924, die den hochgewachsenen Journalisten ohne Scheu ins Bett zerrt. Wie ein emotionaler Trottel wird Ernest Hemingway zwischen den Frauen hin und her gerissen. Er mag es, umgarnt zu werden, und doch fühlt er sich nicht wohl, wie er in Paris hat kein Ende, am Ende seines Lebens, schreibt. Man lügt und hasst es, es zerstört einen, und von Tag zu Tag wird es gefährlicher, aber man lebt von einem Tag zum anderen wie im Krieg.

Am 3. Februar 1926 fährt Ernest von Cherbourg auf der Mauretania nach New York zu den Buchverhandlungen. Am 17. Februar 1926 unterzeichnet Ernest seinen ersten Vertrag mit Scribner’s and Sons für die beiden Werke Torrents of Spring und The Sun Also Rises. Ab jetzt wird die Autorenkarriere des Ernest Hemingway wie eine Rakete steil und glitzernd in die Luft abgehen. Die treue Hadley, seine erste Ehefrau und große Liebe, hat recht gehabt, er wird einmal als ein gefeierter Schriftsteller dastehen.

Die Frau, die an ihn geglaubt hat, sitzt nun alleine in der gemeinsamen Wohnung in Paris und ihr Ehemann lässt keine Gelegenheit aus, sie rücksichtslos zu betrügen. Ernest kann nicht treu sein, nicht seiner Ehefrau, und ebenso wenig seiner Geliebten. Böse Zungen munkeln, dass Ernest

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