Panagra, eine Tochter der PanAm, hat sich auf Flüge nach Südamerika spezialisiert.

Am frühen Morgen des 16. April 1956, es ist ein Montag, landet die vierpropellerige Douglas DC-7B auf dem kleinen Flughafen von Talara. Um kurz vor halb acht Uhr rollt der silbergraue Flieger der Fluggesellschaft Panagra unter ohrenbetäubendem Gedröhne der Motoren und mit dem monotonen Klackern der Propellerblätter auf der kurzen Landebahn von Talara im Norden Perus aus.

Panagra, ein Tochterunternehmen der US-amerikanischen PanAm, hat sich auf Passagier- und Frachtflüge nach Südamerika spezialisiert und bedient viermal in der Woche die Route von Miami über Panama und Lima bis hinunter nach Santiago de Chile und Buenos Aires. Eine Verbindung, deren erste Etappe, von Florida nach Peru, über Nacht geflogen wird. Die Panagra fliegt auf dieser Südamerika-Route auch Provinzflughäfen wie jener von Talara an.

Talara ist eine Stadt im Norden Perus, sie liegt direkt an der Pazifikküste, nicht weit von der Grenze zu Ecuador entfernt. Beim Anflug auf Talara sieht man nur graue Wüste, soweit das Auge reicht. Eigentlich gehört der Flughafen, den die US-Marines gebaut haben und den die Einheimischen El Pato nennen, der International Petroleum Company, einem Ölmulti, der im Meer vor Talara ein riesiges Erdölfeld ausbeutet.

Ein paar Tage zuvor hat die US-amerikanische Nachrichtenagentur United Press die Visite des Nobelpreisträgers angekündigt. Mit Datum 13. April 1956 kabelt der UP-Korrespondent in Havanna eine ausführliche 40 Zeilen-Meldung an Zeitungen in alle Welt. „Der Schriftsteller Ernest Hemingway und seine Ehefrau Mary werden am Sonntagnachmittag nach Peru fliegen und dort auf die Jagd nach einem 700 Kilogramm Blaumarlin gehen, um die Filmaufnahmen davon in der Verfilmung seines Romans Der alte Mann und das Meer zu nutzen.“

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Die feine Menü-Karte auf Panagra-Flügen.

Und weiter heißt es in der Meldung der United Press: „Der Schriftsteller gab der Hoffnung Ausdruck, den Fisch in drei oder vier Wochen fangen zu können. In zahlreichen Monaten des vergangenen Jahres konnte ein Fisch von einer solchen Größe nicht in den Gewässern vor Kuba gefischt werden.“

Insgesamt mehr als zwölf Stunden hat der Flug des Ehepaares Hemingway von Miami nach Talara gedauert, nicht zuletzt weil eine Zwischenlandung in Balboa am Panamakanal eingelegt worden ist. Die Ankunft von Panagra 333 hat sich in der kleinen Stadt am peruanischen Pazifik schnell herumgesprochen.

Panagra, der Name der amerikanischen Fluggesellschaft steht als Abkürzung für Pan American Grace Airways, und dieses Grace, eigentlich ist es der Name der Gründerfamilie, meint übertragen ja so viel wie Grazie oder Anmut. Und mit Grandezza schwebt dann an diesem trockenen Aprilmorgen, zarte Sonnenstrahlen haben sich bereits über den Landstrich gelegt, tatsächlich der weltbekannte Gast in Talara ein.

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