Auf den Fersen von Ernest Hemingway

Kategorie: Peru Seite 1 von 11

Ernest Hemingway in Peru – Vortrag in der Buchhandlung ‚Lesezeit‘ in Kaiserswerth

In der Buchhandlung Lesezeit in Düsseldorf-Kaiserswerth halte ich am 11. Mai 2022 einen Vortrag rund um mein Buch Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru.

Am 11. Mai 2022 erwartet Sie in der Buchhandlung Lesezeit in Düsseldorf-Kaiserswerth ein spannender Vortrag. Ich werde über die Entstehung und den Inhalt meines Buches Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru berichten.

Am 15. April 1956 brechen Ernest Hemingway und seine Ehefrau Mary von ihrem Wohnsitz in der Nähe von Havanna auf zu einer mehrwöchigen Reise nach Cabo Blanco. In dem winzigen peruanischen Fischerdorf sollen die Außenaufnahmen zur Hollywood-Verfilmung von Der alte Mann und das Meer stattfinden.

Gut 60 Jahre nach dem Besuch des Nobelpreisträgers bin ich der Expedition nachgereist. Neben zahlreichen Dokumenten, Fotos und Spuren habe ich Zeitzeugen gefunden, die sich so lebhaft an Ernesto erinnern, als sei er gestern um die Ecke gebogen.

In einem einstündigen Vortrag möchte ich die abenteuerliche Reise von Ernest Hemingway in das südamerikanische Land nachzeichnen. Und neugierig machen auf die (erneute?) Lektüre der Werke von Ernest Hemingway. Und auch neugierig machen auf das wenig bekannte, aber hochinteressante Land Peru.

Ort der Veranstaltung: Buchhandlung Lesezeit, Kaiserswerther Markt 31, 40489 Düsseldorf. Beginn: 19,30 Uhr.

Ich würde mich freuen, wenn wir uns zu diesem Anlass (Anmeldung über diesen Link) in der Lesezeit treffen würden. Und einen Daiquirí gibt es oben drauf.

Er konnte so wunderbar erzählen

Mario Saavedra in seiner Wohnung in Miraflores. Lima, im März 2016.

Mehr als 60 Jahre nach den Ereignissen in Cabo Blanco gerät Mario Saavedra derart ins Schwärmen, als habe sich alles vorgestern zugetragen. „Ernesto war ein großer Freund Spaniens und Lateinamerikas. Hemingway es bienvenido en el Perú, das habe ich deshalb in einem Artikel des El Comercio zu seiner Ankunft geschrieben.“ Hemingway ist herzlich willkommen in Peru. 

In der Hauptstadt Lima lebt Mario Saavedra-Pinón, der in seinem 88. Lebensjahr wacker und guter Dinge auf den Füssen steht, mit klarer Erinnerung an den Nobelpreisträger. „Wir haben viel an der Bar des Fishing Clubs gesprochen, wie Freunde, das waren eigentlich keine Interviews. Es war phantastisch, dass dieser großartige Mann mich wie einen Kollegen behandelt hat“, begeistert sich der peruanische Journalist. 

Ich treffe Mario Saavedra in seiner gemütlichen Wohnung in der Calle Bolognesi in Limas wohlhabendem Stadtteil Miraflores, ein andermal verabreden wir uns im famosen Café Haití an der Plaza Kennedy. Mario ist der letzte Überlebende des Reportertrios aus Cabo Blanco, seine Kollegen von La Prensa und von La Crónica sind schon vor geraumer Zeit verstorben. Die Begegnung mit Ernest Hemingway sollte aus den drei jungen Journalisten einen engen Männerbund fürs ganze Leben schmieden. 

Mario Saavedra-Pinón Castillo, Manuel Jesús Orbegozo und Jorge Donayre Belaúnde, den die Kollegen El Cumpa rufen, werden Freunde und die gemeinsame Erfahrung mit dem Nobelpreisträger begründet eine brüderliche Verbundenheit, auch über ihre aktive Zeit hinaus. Alle drei Peruaner, die einige Tage auf Ernest Hemingway in Cabo Blanco treffen, sollten in ihrem weiteren Berufsleben hochgerühmte Journalisten werden. Mario Saavedra-Pinón wird bei El Comercio und anschließend in seinen letzten 20 Berufsjahren bei dem einflussreichen Wochenmagazin Caretas eine beachtliche Karriere hinlegen. 

Ab 1963 wird er fünf Jahre lang Secretario de Prensa de la Presidencia, der Pressedirektor des legendären peruanischen Präsidenten Fernando Belaúnde Terry, der noch heute von seinen Landsleuten als honoriger Politiker der Mitte Verehrung findet. Im Oktober 1968 wird Belaúnde Terry von einer linken Militärjunta weggeputscht und Mario gleich mit.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist HemBarKorrectlow-1024x750.jpg

Mario Saavedra mit Ernest Hemingway an der Bar des ‚Cabo Blanco Fishing Clubs‘. Cabo Blanco, im April 1956.

Um zwei Uhr morgens, am 3. Oktober, donnern die Panzer der Putschisten zur Plaza de Armas in Lima. Die Generäle um Juan Velasco Alvarado holen den Präsidenten aus seiner Amtsresidenz, fahren ihn zum Flughafen, wo er in eine Maschine nach Buenos Aires gesetzt wird, ins erzwungene Exil. „Am frühen Morgen erfuhr ich von dem Putsch und hatte auf einmal weder Büro noch Job. Ich habe in aller Öffentlichkeit meinen Rücktritt als Pressedirektor bekannt gegeben und damit meine Verbundenheit zu Belaúnde und der Verfassung gezeigt“, erklärt Mario Saavedra erhobenen Hauptes.

„Und dann zwölf Jahre das Militär“, seufzt der peruanische Journalist voller Schrecken. Er trauert noch heute

Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru, 2. Auflage

Wolfgang Stock: Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru. BoD über amazon.de

Im Januar 2022 ist die 2. Auflage meines Buches Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru erschienen. Ich freue mich über den guten Zuspruch und über neue Leserinnen und neue Leser.

Zum Inhalt der Biografie: Am 15. April 1956 brechen Ernest Hemingway und seine Ehefrau Mary Welsh von ihrem Wohnsitz nahe Havanna auf zu einer mehrwöchigen Reise nach Cabo Blanco. In dem abgelegenen peruanischen Fischerdorf sollen die Außenaufnahmen zur Hollywood-Verfilmung von Der alte Mann und das Meer stattfinden.

Fast jeden Tag, von früh bis spät, wird der bärtige US-Amerikaner mit einigen guten Freunden hinaus auf den Pazifik fahren. Warum ist Ernest Hemingway so versessen darauf, in Peru einen schwarzen Marlin zu fangen? Dieses größte Lebewesen, das der Mensch mit eigener Kraft zur Strecke bringen kann.

Auch wenn Ernest Hemingways Leben bis in kleinste Winkel ausgeleuchtet ist, so weiß man über seine 36 Tage in Peru recht wenig. Gut 60 Jahre nach dem Besuch des Nobelpreisträgers ist der deutsche Autor Wolfgang Stock der Expedition nachgereist. Neben zahlreichen Dokumenten, Fotos und Spuren findet er Zeitzeugen, die sich so lebhaft an Ernesto erinnern, als sei er gestern um die Ecke gebogen.

Zusätzlich hat Wolfgang Stock Archive entstaubt, Kontakte aufgebaut, nach Zeitungsartikeln, Fotos und sonstigen Informationen gesucht. Er hat Schauplätze in Peru, auf Kuba, in den USA und in Europa sorgfältig in Augenschein genommen. Ernest Hemingways fünf Wochen in Cabo Blanco und die Seitenblicke sollen anschaulich und detailgenau in diese literarische Entdeckungsreise einfließen.

Das Buch Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru rekonstruiert den Aufenthalt eines sympathischen Abenteurers mit Träumen und Hoffnungen. Es zeichnet aber auch das Bild eines gealterten Mannes, der mehr und mehr zerrieben wird von seinen Ängsten und Widersprüchen.

Nun legt Wolfgang Stock nach drei mehrwöchigen Recherchen in den USA und Peru eine Fleißarbeit vor. Auf 360 Seiten hat er eine wenig bekannte Episode aus dem Leben von Ernest Hemingway akribisch nachgezeichnet. BuchMarkt, 05.09.2020

In den zahlreichen einzelnen Kapiteln seines Buches setzt Wolfgang Stock ein Mosaiksteinchen an das andere. Er beschreibt und analysiert, er deutet und interpretiert, und kommt am Ende seiner ausführlichen Betrachtung zu einem überraschenden Schluß, der ein völlig neues Bild auf die üblicherweise schillernde Persönlichkeit von Ernest Hemingway wirft. Latízon TV

Wolfgang Stock
Cabo Blanco
Mit Ernest Hemingway in Peru

364 Seiten, BoD, 2. Auflage 2022
12,99 € (Paperback), 6,99 € (E-Book)
ISBN: 978-3-7519-7256-7

zu beziehen in jeder Buchhandlung oder bei:                
amazon.de (hier klicken)
Hugendubel (hier klicken)
Thalia.de (hier klicken)
Leseprobe (hier klicken)

Old Man back from the Sea

Gleich explodiert jemand: Miss Mary beißt sich auf die Zunge und Ernest schaut arg muffelig. Die Hemingways sind auf Rückreise aus Peru. ‚Miami International Airport‘, am 22. Mai 1956.

Heiterkeit und Eleganz sind ganz aus dem Gesicht der aparten Frau entschwunden. Mary Welsh, sie hat den strapaziösen Flug von Talara nach Miami in den Knochen, wirkt angesäuert. Ernests Ehefrau beißt sich auf die Lippen und straft ihr Gegenüber mit einem eisigen Blick. In der Hand, nebst Zigarette, hält Mrs. Hemingways die Flugtickets. Im Vordergrund erkennt man schemenhaft eine Person, möglicherweise am Check-in oder am Zoll. Vielleicht stellt dieser Mensch irgendeine dämliche Frage, oder – noch schlimmer – womöglich weiß der gute Mann gar nicht, welch eine Berühmtheit da vor ihm steht.

Der Nobelpreisträger wirkt erschöpft und apathisch, über seinem grauen Bart schauen die Augen matt und glanzlos ins Leere, die Mundwinkel fallen nach unten. Das Ehepaar kommt zurück aus Peru und die beiden Hemingways schlagen sich auf dem Miami International Airport mit irgendwelchen blöden Einreiseformalitäten herum. Der Schriftsteller trägt ein dunkles sommerliches Sakko, darunter ein graues T-Shirt, auf seine blaue Krawatte hat er diesmal verzichtet. Auf seinem Kopf sitzt die weiße Jockey-Kappe, mit seiner großen rundlichen Intellektuellen-Brille und der Barttracht müsste man den prominenten Autor eigentlich auf Anhieb erkennen.

Die Stimmung des Ehepaares ist mies, die wunderbaren Wochen am peruanischen Pazifik sind vorüber. Miami (FLA) May 22. Novelist Ernest Hemingway, accompanied by his wife, Mary, pauses for customs inspection in Miami Airport after arrival from Peru, where he spent a month in pursuit of giant black Marlin. Hemingway continued on to Cuba to supervise shooting of a movie based on his book ‚The Old Man and the Sea‘.

Diese Nachricht wird die US-amerikanische Agentur Associated Press samt einem Wirephoto um die Welt schicken, unter der Überschrift OLD MAN BACK FROM THE SEA. Ernest und Mary, bei der Zollkontrolle in Miami, sind aus Peru auf der Heimfahrt nach Kuba. DER ALTE MANN IST ZURÜCK VOM MEER. Das Kapitel Cabo Blanco ist für die Hemingways beendet. Der Nobelpreisträger wollte lernen von diesem fremden Ozean, er wollte in sich hineinsehen, er wollte sich verjüngen am Meer, doch jetzt fliegt er zurück in den Alltag.

Zwischen ignoranten Zollbeamten und aufdringlichen Journalisten im Airport von Miami fühlt der Schriftsteller Ernüchterung und Missmut in sich hochsteigen. Ernest Hemingway hat die Tage genossen auf dem Pazifik, der Rückzug in die Abgeschiedenheit seiner Welt hat ihm gutgetan. Mit dem Ende seines peruanischen Abenteuers haben sich nun

Neue Besprechungen zu ‚Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru

Wolfgang Stock: Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru. BoD über amazon.de

Packende und einfühlsame Biographie
Eigentlich wollte ich nur mal reinlesen, doch dann konnte ich nicht mehr aufhören und habe Cabo Blanco an einem Sonntag gelesen. Das Buch beginnt ein klein bisschen hölzern, doch schon bald hat es mich in die Welt des Schriftstellers und Lebemannes Ernest Hemingway gesogen. Denn das ist der erzählerische Trick von Cabo Blanco: Wir lesen gleich mehrere Geschichten:
– Hemingways Zeit in Cabo Blanco, fünf Wochen Dreharbeiten zu der Hollywood-Verfilmung von Der alte Mann und das Meer in Peru, bei denen Hemingway selbst Tag für Tag auf Jagd nach einem Marlin geht
– Hemingways Leben in all seinen Facetten: die Kindheit, die Frauen, die Freunde, die Orte (Paris, Chicago, Spanien, Florida, Kuba)
– Hemingway Innenleben, die Geschichte eines Autors, der am Ende nicht mehr so leben kann, wie er es will – für mich der spannendste Teil.
Autor Wolfgang Stock hat mit Cabo Blanco ein Buch geschrieben, das ich gar nicht erwartet hätte. Den Roman des Lebens von Ernest Hemingway, ausgehend von dieser kleinen Episode in Peru. Detailgenau recherchierte Fakten wechseln mit Passagen, die sich ins Fiktive trauen, ohne jemals abzuheben. Erzählungen verknoten sich zu einer Lebensgeschichte.
Ich habe sämtliche Werke von Hemingway gelesen und einige Biographien über ihn. Er war und ist einer der Autoren, die ich bewundere. Ich war in seinen Häusern in Key West und auf Kuba und beim Lesen von Stocks Buch bin ich wieder in die Welt von Hemingway eingetaucht, habe ihren Charme, aber auch ihre Tragik gespürt. Es war schön. Danke an den Autor für dieses wunderbare Buch.
Thomas Pyczak
auf amazon.de


Wunderbare Biographie
Der fast 60-jährige Ernest Hemingway reist 1956 für einige Wochen mit seiner Frau Mary zu den Dreharbeiten des Films „Der alte Mann und das Meer“ nach Cabo Blanco in Peru. Dort, im legendären Cabo Blanco Fishing Club, tummelt sich die Prominenz. Hemingway genießt die Zeit im Fishing Club und die Jagd nach dem riesigen Schwarzmarlin.
Muss man zu dieser Reise eine ganze Biographie von 340 Seiten geschrieben werden? Ja! Der Autor, Wolfgang Stock, beschreibt die Ereignisse, den Ort und die Personen so lebhaft, dass ich das Buch regelrecht verschlungen habe. Der Schreibstil ist lebendig und die Sprache ist in der Gegenwart. So hat man das Gefühl direkt vor Ort mit Hemingway zu sein und die Zeit im Fishing Club hautnah miterleben zu können. Ich konnte das Meer riechen, die Hitze spüren, auf dem Fischerboot mitfahren und sogar (obwohl ich nicht fische und das auch nicht gut finde) nachempfinden, warum Hemingway das Fischen so geliebt hat. Ich habe viel über Hemingway gelesen und auch sein Anwesen auf Kuba besucht. Seine Zeit in Cabo Blanco war mir aber völlig unbekannt. Der Autor hat sehr intensiv recherchiert und sich auf den komplexen Charakter Hemingways eingelassen. Historische Hintergründe, wie der Cabo Blanco Fishing Club, werden ebenfalls sehr lebendig geschildert. Ich habe so viel gelernt und mich dabei sehr unterhalten gefühlt. Ergänzt wird die Biographie mit eindrucksvollen schwarz-weiß Fotos aus der Zeit und einem Glossar am Ende des Buchs.
Fazit: eine wundervolle und spannende Biographie vom Hemingway`s Reise nach Peru. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen. Ein Highlight!
Aiki
auf amazon.de 

Ernest Hemingway lebt!

Don Máximo Jacinto Fiestas, der mit Ernest Hemingway den ersten Whiskey seines Lebens trank. Cabo Blanco, im März 2016. Foto: W. Stock

Im Dorf scheint die Uhr still zu stehen, die Bewohner gehen unaufgeregt ihrem Alltag nach. Viel zu gehen und zu tun gibt es in Cabo Blanco allerdings nicht. An windreichen Tagen fallen die Surfer ein, ein paar Backpacker verirren sich, doch meist bleiben die Fischer und die Kleinhändler unter sich. Die jungen Leute aus dem Ort haben sich schon längst aufgemacht nach Talara oder Piura oder gar nach Lima, wo es mehr Arbeit gibt und eine bessere Bezahlung. Und so bestimmen die Rentner das Bild der Ortschaft, ältere Herrschaften, die in ihrem Schaukelstuhl auf der Veranda ihres Häuschens den Vormittag vor sich hinwippen und den Nachmittag gleich mit.

Jeder kennt jeden in diesem Nest, es sind gerade einmal 200 Familien, die in dem Fischerdorf leben. Du fragst, wo wohnt Rufino, und man antwortet dem Besucher, die Straße hoch, das dritte Haus auf der rechten Seite. Denn ein jeder weiß, wer mit Rufino gemeint ist, nicht nur, weil es nur einen Rufino in diesem Fleckchen gibt, sondern weil jeder hier alles vom anderen weiß, die Bewohner leben wie in einer Großfamilie.

Den Stolz auf ihr Dorf eint alle. Jeder im Ort – vom Halbwüchsigen bis zum Greis – wird dir zweierlei erzählen: Erstens, dass es in Cabo Blanco Tage gab, an denen man vor der Küste den größten Fisch auf diesem Planeten fangen konnte. Und zweitens, dass der beste Schriftsteller aller Zeiten fünf Wochen seines Lebens in Cabo Blanco verbracht hat, Tage voller Glück und Zufriedenheit. Mit ihrem Urteil liegen die Einheimischen nicht falsch. Der bärige Amerikaner hat seinen Aufenthalt am peruanischen Pazifik mit Leib und Seele genossen.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist RufinoTume-hochBuch-768x1024.jpg

Don Rufino Tume, der Kapitän der ‚Pescadores Dos‘, der Mary Welsh hinaus auf das Meer fuhr. Cabo Blanco, im März 2016. Foto: W. Stock

Nach der Heimkehr widmet er in einem Artikel für die Zeitschrift LOOK vom 4. September 1956 seinem Gastland eine lange Passage, die sich wie eine typische Liebeserklärung à la Hemingway liest. In Peru, wohin wir gegangen waren, um zu versuchen, für den Film einen großen Fisch aufzunehmen, war es ganz anders. Wir haben 32 Tage gefischt, von der ersten Stunde des Morgens bis zur Dämmerung, bis es schwierig wurde, zu filmen. Das Meer glitzerte wie ein riesiger Berg mit Schnee auf dem Gipfel. Wir konnten vom Kamm der Welle hinüber schauen aufs Land, dort wo der sandige Wind die Hügel an der Küste umschlang.

Krautjunker.com über ‚Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru‘

Das ganz famose Portal Krautjunker.com -Weblog für Es(s)kapismus bespricht ausführlich mein Buch Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru. Hier eine um Buchzitate und Fotos gekürzte Version: Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Krautjunker-1024x454.jpg„Vor 65 Jahren war ein peruanisches Fischerdorf fünf Wochen lang Schauplatz des letzten Abenteuers für den berühmtesten Schriftsteller der Welt. Ernest Hemingway, geehrt mit dem Pulitzer- und dem Literaturnobelpreis, verehrt von Millionen Lesern weltweit, stellt ab Mitte April 1956, ausgehend vom Cabo Blanco Fishing Club, dem größten angelbaren Raubfisch nach: dem legendären Schwarzen Marlin.

Im Gegensatz zu den meisten Autoren erträumte Hemingway nicht nur Abenteuer, sondern auf warf auch sein eigenes Leben auf  Großwildjagden, riskanten Reisen und beiden Weltkriegen in die Waagschale. Doch die wilden Jahre fordern mittlerweile ihren Tribut in Form von Diabetes, Impotenz, Konzentrationsstörungen und Hämorrhoiden. Nicht zu vergessen die quälenden Rückenschmerzen und sein kaputtes Bein.

Korpulent ist seine Figur und gebrechlich seine Bewegungen. Mit Mitte fünfzig sieht er aus wie ein alter Mann. Hemingway, groß und breitschultrig, der sich als unverwüstlichen Macho und Naturburschen feiert, verursacht sein körperlicher Verfall Depressionsschübe. Er weiß, dass das Beste vorbei ist, aber noch immer umweht ihn ein Hauch von Verwegenheit und Draufgängertum. Und noch immer gehen auf Schritt und Tritt ein raumfüllender Glanz und eine einzigartige Magie von ihm aus.

Hinter der anstrengenden Fassade des selbstverliebten Großmauls, Schürzenjägers, Boxers und Trinkers mit einem unstillbaren Hunger nach Aufmerksamkeit, fasst eine kämpferische Künstlerseele die widersprüchlichen Freuden und Leiden des Lebens in eine puristische Wortmusik, welche noch heute Leser aller Schichten und Nationen berührt. Angesichts seines körperlichen Niedergangs will der alte Haudegen nicht kapitulieren.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Cover-1-661x1024.jpg

364 Seiten, BoD 12,99 € (Paperback), 6,99 € (E-Book) ISBN: 9783751972567 zu beziehen in jeder Buchhandlung oder bei: amazon.de (hier klicken)

Hier in Cabo Blanco will es das narzisstische Genie noch einmal allen zeigen, was er für ein Kerl ist. Seiner Frau, seinen Freunden, den Ärzten, den Kritikern, den Fischern, dem Fisch und vor allem sich selbst. Der alte Mann bäumt sich auf und kämpft. Die Filmgesellschaft Warner Bros. hat sich für viel Geld die Filmrechte an Hemingways finalem Meisterwerk Der alte Mann und das Meer gesichert.

Das Buch, welches ihm endgültig einen Platz im Schriftsteller-Olymp sichert, ist die Krönung seines Literatenlebens und das letzte, welches zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wird. Auch wenn Hemingway im Alltag Glaube und Demut für Religiosität fehlen, lesen sich manche seiner Texte wie Gebete und erinnern manche seiner Inhalte an Beichten.

Die für die Handlung wichtigen Angelszenen will das Hollywood-Studio auf dem pazifischen Ozean vor Cabo Blanco drehen, da sich hier die kapitalsten Raubfische finden lassen. Hier hat der texanische Unternehmer Alfred C. Glassells am 4. August 1953 einen Schwarzen Marlin von viereinhalb Metern Länge und 708 kg Gewicht erbeutet.

Mit all seinen Sinnen liebt er

Leserstimmen und Pressebesprechungen zu ‚Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru‘

Wolfgang Stock: Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru. BoD über amazon.de

Immer Vollgas
Dieses Buch ist ein Schatz! War schon auf Cuba und habe dort eine Tour zu seinem Namen gemacht, echt beeindruckend. In Florida waren wir schon öfter, auch bei seinem Haus und seinen Stammkneipen. Der Autor hat hier sehr viel Arbeit und Recherche leisten müssen, um uns Lesern das Leben von Ernest Hemingway noch mal so nahe bringen zu könne.
Jetzt sehe ich ihn mit ein bisschen anderen Augen. Er war für mich persönlich ein ewig getriebener und so musste er auch einiges gehörig übertreiben, sonst wäre er sich selber nicht gerecht geworden. Er lebte in meinen Augen ein Leben von drei Leuten und fasste dafür alles auf seine Lebenszeit ein. Die Fotos zeigen auch ein paar Einblicke, die wahrscheinlich noch nicht so viele Leute gesehen haben. Ein tolles Werk, Herr Stock, Respekt.
MK262 auf Loveliy Books

Ernest Hemingway, der bereits zu Lebzeiten für reichlich Kontroversen gesorgt hat, beschäftigt auch heute noch die Gemüter. Selbst wenn heute vollkommen andere gesellschaftliche Maßstäbe gelten als zu seinen Zeiten, kann nichts darüber hinwegtäuschen, dass er eine äußerst zwiespältige Persönlichkeit gewesen sein muss. Wolfgang Stock, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem Menschen Hemingway nachzuspüren, gelingt es, basierend auf zahlreichen äußerst detailreichen Recherchen, das Bild eines innerlich zerrissenen, aber trotzdem immer geradlinigen Mannes nachzuzeichnen, der über ein Charisma verfügt hat wie kaum ein anderer.
Fazit: Eine interessante Begegnung mit Ernest Hemingway, die diesem außergewöhnlichen Menschen und Schriftsteller ein literarisches Denkmal setzt.
Das Echo vom Alpenrand, 27. September 2021

Wunderbare Biografie
Der fast 60-jährige Ernest Hemingway reist 1956 für einige Wochen mit seiner Frau Mary zu den Dreharbeiten des Films „Der alte Mann und das Meer“ nach Cabo Blanco in Peru. Dort, im legendären Cabo Blanco Fishing Club, tummelt sich die Prominenz. Hemingway genießt die Zeit im Fishing Club und die Jagd nach dem riesigen Schwarzmarlin. 

Muss man zu dieser Reise eine ganze Biographie von 340 Seiten geschrieben werden? Ja! Der Autor, Wolfgang Stock, beschreibt die Ereignisse, den Ort und die Personen so lebhaft, dass ich das Buch regelrecht verschlungen habe. Der Schreibstil ist lebendig und die Sprache ist in der Gegenwart. So hat man das Gefühl direkt vor Ort mit Hemingway zu sein und die Zeit im Fishing Club hautnah miterleben zu können. Ich konnte das Meer riechen, die Hitze spüren, auf dem Fischerboot mitfahren und sogar (obwohl ich nicht fische und das auch nicht gut finde) nachempfinden, warum Hemingway das Fischen so geliebt hat.

Ich habe viel über Hemingway gelesen und auch sein Anwesen auf Kuba besucht. Seine Zeit in Cabo Blanco war mir aber völlig unbekannt. Der Autor hat sehr intensiv recherchiert und sich auf den komplexen Charakter Hemingways eingelassen. Historische Hintergründe, wie der Cabo Blanco Fishing Club, werden ebenfalls sehr lebendig geschildert. Ich habe so viel gelernt und mich dabei sehr unterhalten gefühlt. Ergänzt wird die Biographie mit eindrucksvollen schwarz-weiß Fotos aus der Zeit und einem Glossar am Ende des Buchs.

Fazit: eine wundervolle und spannende Biographie vom Hemingways Reise nach Peru. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen. Ein Highlight!
Nordseemädchen, auf hugendubel.de

Ich werde zurückkommen

Der Meister in seiner kleinen heilen Welt. Aufregende und anstrengende 36 Tage in Cabo Blanco am peruanischen Pazifik. Vom 16. April bis zum 22. Mai 1956. Foto: Modeste von Unruh.

In aller Frühe am nächsten Morgen, am 22. Mai 1956, werden Ernest Hemingway, Miss Mary und die Freunde die Rückreise in Richtung Miami antreten und von dort wird das Ehepaar nach Havanna weiterreisen. Er freut sich auf sein vertrautes Daheim, es macht ihn aber auch traurig, dass die erlebnisreichen Tage in Peru nun vorbei sind. Doch die Arbeit ist getan, am Film und auf dem Ozean. Cabo Blanco und der Pazifik sind ihm gut bekommen. Er hat in den fünf Wochen seines Aufenthaltes vier Riesenfische gefangen, zwei Schwertfische und zwei Marline, für den Thousand Pound Club reicht es nicht, aber immerhin.

Am besten macht man sich auf und davon, wenn man viel erreicht hat. Ernest Hemingway erinnert sich an die Worte, die er seinem Freund Ellis O. Briggs mit auf den Weg nach Brasilien gegeben hat. Am besten schleicht man sich von Bord, wenn man seine Ziele erreicht hat. Es sagt sich so leicht, aber immerfort grübelt er über die Frage, auf die er keine Antwort erhält: Wohin? Solange sich auf dieses Rätsel keine gescheite Auflösung finden lässt, hat er sich entschlossen, das Meer zu lieben, sich an der Sonne zu erwärmen und sich an der Natur zu erfreuen.

Peru ist eine gute Wahl, sein Herz zu verlieren. Das Land mag zu Anfang karg und strubbelig daherkommen, und es ist vielleicht auch keine Liebe auf den ersten Blick. Aber wenn man ein zweites Mal hinschaut, oder lange genug da gewesen ist, manchmal reichen 36 Tage, dann schüttet dieses Peru sein Füllhorn großherzig aus. Das Land teilt sich in drei Klimazonen und damit in drei Lebensstile. Die chaotische Wuseligkeit an der Küste, die unverkrampfte Sinnlichkeit der Regenwaldregion und die Widrigkeit im kargen Andenhochland.

Die Topografie kontrastiert derart, als habe der liebe Gott sich einen üblen Scherz erlaubt, erklärt der Schriftsteller Mario Vargas Llosa, der brillanteste Intellektuelle des Landes: Auf wenig mehr als eine Million Quadratkilometer habe er drei völlig verschiedene Erdzonen – die Sahara, den Kongo und Tibet – gepresst. Gerade einmal 24 Bewohner leben pro Quadratkilometer, europäische Staaten vermelden den zehnfachen Wert. Die 32 Millionen Peruaner, verstreut auf drei Landschaftszonen, getrennt durch drei Sprachen und erschüttert von tiefgehenden rassischen und sozialen Konflikten, durchleben alle Übel eines unterentwickelten Landes.

Von einer Peruanität, von einer nationalen Identität aller Peruaner, kann da keine Rede sein, meint Vargas Llosa, ebenfalls ein Nobelpreisträger für Literatur. Bei einer Völkergemeinschaft aus

The good luck – das große Glück

Einen einzigen Brief aus Cabo Blanco schreibt Ernest Hemingway.
An die Fotografin Modeste von Unruh, am 21. Mai 1956

Es geht voran mit Hollywood in Cabo Blanco. Der letzte Drehtag auf dem peruanischen Pazifik beschert den Filmern aus den USA die bislang besten Aufnahmen. Die Kameramänner der Second Unit nehmen von den beiden Booten einige Minuten auf mit einem wild umher hüpfenden schwarzen Marlin. Aufnahmeleiter Allen Miner und die Kollegen zeigen sich am Abend im Fishing Club mit der Ausbeute ihres fünfwöchigen Aufenthaltes in Cabo Blanco zufrieden.

Nachdem in den letzten Tagen einige Großfische erlegt oder aufgenommen worden sind, finden die Dreharbeiten der Angelszenen für den Hollywood-Streifen Der alte Mann und das Meer langsam ihr Ende. Die Kameraleute aus Los Angeles haben genügend Filmmaterial im Kasten, die amerikanische Filmcrew macht sich vorzeitig zurück auf den Weg in Richtung Kalifornien.

In den Cabo Blanco Fishing Club kehrt nach und nach wieder die gewohnte Ruhe ein. Auch die fünf Wochen des Aufenthaltes von Ernest Hemingway am Pazifik Perus nähern sich gleichermaßen einem harmonischen Ausklang. Der Nobelpreisträger blüht auf, es scheint so, als sei eine Last von seiner Schulter gefallen.

Der 56-jährige Amerikaner wirkt erschöpft, aber zufrieden. Der Nobelpreisträger zeigt sich seit den hollywoodreifen Marlin-Fängen erleichtert und glücklich, seine Umgebung ist es ebenfalls. Die letzten Tage auf dem Meer und im Fishing Club können heiter und vergnügt ausklingen. Die Ziele sind erreicht und so kann der berühmte Besucher die Episode Cabo Blanco als freudige Erinnerung in sein Herz packen.

Der Schriftsteller setzt sich im Klubhaus an einen Tisch und verfasst einen Brief an Modeste von Balás-Piry. Ernest Hemingway spricht die deutsche Fotografin mit ihrem ungarischen Ehenamen an, so wie er auf ihrer Visitenkarte steht. Auf dem gelbgrauen Briefpapier des Cabo Blanco Fishing Clubs schreibt der bärtige US-Amerikaner einen herzlichen Gruß an die junge Fotoreporterin nach Chaclacayo und übermittelt ihr nochmals seine Dankbarkeit.

Alleine wegen der Triumph-Fotos hat sich die Reise an den Pazifik gelohnt. Ein Hauch von Draufgängertum und Verwegenheit umweht ihn, genau so soll ihn die Welt sehen. Die packenden Aufnahmen aus Cabo Blanco frieren einen Moment ein, doch im Grunde erzählen

Seite 1 von 11

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén