Ernest Hemingway fühlt sich wohl in weiblicher Gesellschaft.
Havanna, Kuba, im Jahr 1954

Der Mann hat einen Schlag bei den Frauen. Neben dem Schreiben und den hohen Prozenten beherrscht die Faszination für das weibliche Geschlecht den Alltag des Ernest Hemingway. The Sun Also Rises wird er im Jahr 1926 sein Erstlingswerk nennen, so lautet eigentlich ein hehres Bibelzitat, aber wenn er auf den Buchtitel zu sprechen kommt, fügt er oft an, like my cock. Nicht nur die Sonne steht hoch bei Ernest Hemingway.

Als Mann lässt er so schnell nichts anbrennen. Gerade auf Kuba setzt er sich immer wieder mit seiner Körperlichkeit angriffslustig in Szene. Hinter der aktionistischen Oberfläche fällt er als Mann auf, der auch emotional nach Liebe sucht. Jedoch er selbst versagt auf ganzer Linie in einem Ehebund, oder in der festen Partnerschaft mit einer Frau, nicht nur einmal, sondern ständig. Vier Ehen und drei Scheidungen bilden da nur die Spitze des Eisbergs ab.

Mit der ehelichen Treue hält er es, weshalb auch immer, zeitlebens locker bis oberlocker. Alle vier Ehefrauen betrügt er ohne schlechtes Gewissen nach Strich und Faden. Ehefrauen, Freundinnen, Gespielinnen, sein Durst auf Liebesabenteuer kennt keine Grenzen, der Frauenverschleiß dieses Nobelpreisträgers für Literatur ist enorm. Ernest Hemingway scheint als Liebhaber mindestens genauso erfolgreich wie als Literat.

Es gibt Tage auf Kuba, da ist er vormittags auf der Finca Vigía mit seiner Ehefrau Mary zusammen, dann nachmittags in Havanna mit der festen Geliebten Leopoldina und hernach kann am Abend noch eine Zufallsnummer dazu kommen. Drei Frauen, bei anderen reicht es fürs ganze Leben, Ernest Hemingway braucht einen Tag dafür.

Sein körperlicher Appetit bleibt bis in seine 50er enorm. Befindet sich eine attraktive Frau in seiner Nähe, gerät Ernest Hemingway postwendend unter Starkstrom. Sein Beuteschema: Schlank, sehr blond oder auch ein Latina-Typ, am liebsten jung, das Angebot ist für einen gefeierten Schriftsteller gewaltig. Er braucht bloss mit dem Finger zu schnippen.

Der Nobelpreisträger stachelt die Frauen an mit seiner Aura und fängt die armen Geschöpfe flugs und unrettbar ein wie in einem Spinnennetz. Ernest Hemingway führt sich auf wie ein eitler Pfau, wenn die richtige Frau seinen Weg kreuzt, dann dreht er voll auf. Seine unzähligen Seitensprünge erweisen sich vor allem wohl auch als ein Hunger nach Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Ernest Hemingway verhält sich wie ein nimmersatter Narzisst, der durch seine Frauengeschichten sein Ego und das eigene Selbstwertgefühl stärken muss. Der Reiz des Neuen und der Wunsch nach noch mehr Aufmerksamkeit ziehen diesen gut aussehenden und faszinierenden Mann hinein in eine Spirale mit immer mehr und mehr Liebesabenteuern.

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