Auf den Fersen von Ernest Hemingway

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Leserstimmen und Pressebesprechungen zu ‚Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru‘

Wolfgang Stock: Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru. BoD über amazon.de

Immer Vollgas
Dieses Buch ist ein Schatz! War schon auf Cuba und habe dort eine Tour zu seinem Namen gemacht, echt beeindruckend. In Florida waren wir schon öfter, auch bei seinem Haus und seinen Stammkneipen. Der Autor hat hier sehr viel Arbeit und Recherche leisten müssen, um uns Lesern das Leben von Ernest Hemingway noch mal so nahe bringen zu könne.
Jetzt sehe ich ihn mit ein bisschen anderen Augen. Er war für mich persönlich ein ewig getriebener und so musste er auch einiges gehörig übertreiben, sonst wäre er sich selber nicht gerecht geworden. Er lebte in meinen Augen ein Leben von drei Leuten und fasste dafür alles auf seine Lebenszeit ein. Die Fotos zeigen auch ein paar Einblicke, die wahrscheinlich noch nicht so viele Leute gesehen haben. Ein tolles Werk, Herr Stock, Respekt.
MK262 auf Loveliy Books

Ernest Hemingway, der bereits zu Lebzeiten für reichlich Kontroversen gesorgt hat, beschäftigt auch heute noch die Gemüter. Selbst wenn heute vollkommen andere gesellschaftliche Maßstäbe gelten als zu seinen Zeiten, kann nichts darüber hinwegtäuschen, dass er eine äußerst zwiespältige Persönlichkeit gewesen sein muss. Wolfgang Stock, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem Menschen Hemingway nachzuspüren, gelingt es, basierend auf zahlreichen äußerst detailreichen Recherchen, das Bild eines innerlich zerrissenen, aber trotzdem immer geradlinigen Mannes nachzuzeichnen, der über ein Charisma verfügt hat wie kaum ein anderer.
Fazit: Eine interessante Begegnung mit Ernest Hemingway, die diesem außergewöhnlichen Menschen und Schriftsteller ein literarisches Denkmal setzt.
Das Echo vom Alpenrand, 27. September 2021

Wunderbare Biografie
Der fast 60-jährige Ernest Hemingway reist 1956 für einige Wochen mit seiner Frau Mary zu den Dreharbeiten des Films „Der alte Mann und das Meer“ nach Cabo Blanco in Peru. Dort, im legendären Cabo Blanco Fishing Club, tummelt sich die Prominenz. Hemingway genießt die Zeit im Fishing Club und die Jagd nach dem riesigen Schwarzmarlin. 

Muss man zu dieser Reise eine ganze Biographie von 340 Seiten geschrieben werden? Ja! Der Autor, Wolfgang Stock, beschreibt die Ereignisse, den Ort und die Personen so lebhaft, dass ich das Buch regelrecht verschlungen habe. Der Schreibstil ist lebendig und die Sprache ist in der Gegenwart. So hat man das Gefühl direkt vor Ort mit Hemingway zu sein und die Zeit im Fishing Club hautnah miterleben zu können. Ich konnte das Meer riechen, die Hitze spüren, auf dem Fischerboot mitfahren und sogar (obwohl ich nicht fische und das auch nicht gut finde) nachempfinden, warum Hemingway das Fischen so geliebt hat.

Ich habe viel über Hemingway gelesen und auch sein Anwesen auf Kuba besucht. Seine Zeit in Cabo Blanco war mir aber völlig unbekannt. Der Autor hat sehr intensiv recherchiert und sich auf den komplexen Charakter Hemingways eingelassen. Historische Hintergründe, wie der Cabo Blanco Fishing Club, werden ebenfalls sehr lebendig geschildert. Ich habe so viel gelernt und mich dabei sehr unterhalten gefühlt. Ergänzt wird die Biographie mit eindrucksvollen schwarz-weiß Fotos aus der Zeit und einem Glossar am Ende des Buchs.

Fazit: eine wundervolle und spannende Biographie vom Hemingways Reise nach Peru. Ich kann das Buch wärmstens empfehlen. Ein Highlight!
Nordseemädchen, auf hugendubel.de

Ich werde zurückkommen

Der Meister in seiner kleinen heilen Welt. Aufregende und anstrengende 36 Tage in Cabo Blanco am peruanischen Pazifik. Vom 16. April bis zum 22. Mai 1956. Foto: Modeste von Unruh.

In aller Frühe am nächsten Morgen, am 22. Mai 1956, werden Ernest Hemingway, Miss Mary und die Freunde die Rückreise in Richtung Miami antreten und von dort wird das Ehepaar nach Havanna weiterreisen. Er freut sich auf sein vertrautes Daheim, es macht ihn aber auch traurig, dass die erlebnisreichen Tage in Peru nun vorbei sind. Doch die Arbeit ist getan, am Film und auf dem Ozean. Cabo Blanco und der Pazifik sind ihm gut bekommen. Er hat in den fünf Wochen seines Aufenthaltes vier Riesenfische gefangen, zwei Schwertfische und zwei Marline, für den Thousand Pound Club reicht es nicht, aber immerhin.

Am besten macht man sich auf und davon, wenn man viel erreicht hat. Ernest Hemingway erinnert sich an die Worte, die er seinem Freund Ellis O. Briggs mit auf den Weg nach Brasilien gegeben hat. Am besten schleicht man sich von Bord, wenn man seine Ziele erreicht hat. Es sagt sich so leicht, aber immerfort grübelt er über die Frage, auf die er keine Antwort erhält: Wohin? Solange sich auf dieses Rätsel keine gescheite Auflösung finden lässt, hat er sich entschlossen, das Meer zu lieben, sich an der Sonne zu erwärmen und sich an der Natur zu erfreuen.

Peru ist eine gute Wahl, sein Herz zu verlieren. Das Land mag zu Anfang karg und strubbelig daherkommen, und es ist vielleicht auch keine Liebe auf den ersten Blick. Aber wenn man ein zweites Mal hinschaut, oder lange genug da gewesen ist, manchmal reichen 36 Tage, dann schüttet dieses Peru sein Füllhorn großherzig aus. Das Land teilt sich in drei Klimazonen und damit in drei Lebensstile. Die chaotische Wuseligkeit an der Küste, die unverkrampfte Sinnlichkeit der Regenwaldregion und die Widrigkeit im kargen Andenhochland.

Die Topografie kontrastiert derart, als habe der liebe Gott sich einen üblen Scherz erlaubt, erklärt der Schriftsteller Mario Vargas Llosa, der brillanteste Intellektuelle des Landes: Auf wenig mehr als eine Million Quadratkilometer habe er drei völlig verschiedene Erdzonen – die Sahara, den Kongo und Tibet – gepresst. Gerade einmal 24 Bewohner leben pro Quadratkilometer, europäische Staaten vermelden den zehnfachen Wert. Die 32 Millionen Peruaner, verstreut auf drei Landschaftszonen, getrennt durch drei Sprachen und erschüttert von tiefgehenden rassischen und sozialen Konflikten, durchleben alle Übel eines unterentwickelten Landes.

Von einer Peruanität, von einer nationalen Identität aller Peruaner, kann da keine Rede sein, meint Vargas Llosa, ebenfalls ein Nobelpreisträger für Literatur. Bei einer Völkergemeinschaft aus

The good luck – das große Glück

Einen einzigen Brief aus Cabo Blanco schreibt Ernest Hemingway.
An die Fotografin Modeste von Unruh, am 21. Mai 1956

Es geht voran mit Hollywood in Cabo Blanco. Der letzte Drehtag auf dem peruanischen Pazifik beschert den Filmern aus den USA die bislang besten Aufnahmen. Die Kameramänner der Second Unit nehmen von den beiden Booten einige Minuten auf mit einem wild umher hüpfenden schwarzen Marlin. Aufnahmeleiter Allen Miner und die Kollegen zeigen sich am Abend im Fishing Club mit der Ausbeute ihres fünfwöchigen Aufenthaltes in Cabo Blanco zufrieden.

Nachdem in den letzten Tagen einige Großfische erlegt oder aufgenommen worden sind, finden die Dreharbeiten der Angelszenen für den Hollywood-Streifen Der alte Mann und das Meer langsam ihr Ende. Die Kameraleute aus Los Angeles haben genügend Filmmaterial im Kasten, die amerikanische Filmcrew macht sich vorzeitig zurück auf den Weg in Richtung Kalifornien.

In den Cabo Blanco Fishing Club kehrt nach und nach wieder die gewohnte Ruhe ein. Auch die fünf Wochen des Aufenthaltes von Ernest Hemingway am Pazifik Perus nähern sich gleichermaßen einem harmonischen Ausklang. Der Nobelpreisträger blüht auf, es scheint so, als sei eine Last von seiner Schulter gefallen.

Der 56-jährige Amerikaner wirkt erschöpft, aber zufrieden. Der Nobelpreisträger zeigt sich seit den hollywoodreifen Marlin-Fängen erleichtert und glücklich, seine Umgebung ist es ebenfalls. Die letzten Tage auf dem Meer und im Fishing Club können heiter und vergnügt ausklingen. Die Ziele sind erreicht und so kann der berühmte Besucher die Episode Cabo Blanco als freudige Erinnerung in sein Herz packen.

Der Schriftsteller setzt sich im Klubhaus an einen Tisch und verfasst einen Brief an Modeste von Balás-Piry. Ernest Hemingway spricht die deutsche Fotografin mit ihrem ungarischen Ehenamen an, so wie er auf ihrer Visitenkarte steht. Auf dem gelbgrauen Briefpapier des Cabo Blanco Fishing Clubs schreibt der bärtige US-Amerikaner einen herzlichen Gruß an die junge Fotoreporterin nach Chaclacayo und übermittelt ihr nochmals seine Dankbarkeit.

Alleine wegen der Triumph-Fotos hat sich die Reise an den Pazifik gelohnt. Ein Hauch von Draufgängertum und Verwegenheit umweht ihn, genau so soll ihn die Welt sehen. Die packenden Aufnahmen aus Cabo Blanco frieren einen Moment ein, doch im Grunde erzählen

Weitere Leserstimmen zu ‚Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru‘

Hier weitere Stimmen zu Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru:

Wolfgang Stock: Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru. BoD über amazon.de

Hemingway, der letzte große Fang!
Ein hochinteressantes Buch sowohl für Hemingway-Fans, als auch interessierte Neueinsteiger! Geschickt untermalt Dr. Wolfgang Stock diese bisher kaum erwähnte Station in Hemingways Leben mit einer ausführlichen und aufschlussreichen Schilderung des Seelenlebens des Nobelpreisträgers, was sich gerade aufgrund des fortgeschrittenen Alters und der abnehmenden körperlichen Kraft Hemingways, als sehr spannend erweist.“
Michael Gotsch, Thalia-Buchhandlung DessauRoßlau

Ernest Hemingway in Nord Peru
Der Autor nimmt uns mit auf eine Reise durch das karge, öde Nord Peru zu einem winzigen, völlig abgelegenen Ort, den er mit wenigen Worten treffend beschreibt: „Cabo Blanco, genügsam und arg verschlafen, ein vergessenes Kaff so ziemlich am Arsch der Welt. Ein kleines Paradies also.“ Die vielen, äußerst sorgfältig recherchierten Details fügt er professionell und kunstvoll zusammen. So entsteht ein hoch interessantes Bild über den großen Schriftsteller und Nobelpreisträger Ernest Hemingway und den alternden Menschen Hemingway mit all seinen Schwächen und Gebrechen. Ein äußerst lesenswertes Buch.“
Wolfram Schultze, auf hugendubel.de

Cabo Blanco
Wolfgang Stock im Kielwasser Ernest Hemingways. Der Autor Stock hat sich festgebissen. Er verfolgt den Schriftsteller, Abenteurer, Großwildjäger, Frauenheld und manches mehr, wie ein FBI-Special Agent einen Gangsterboss durch alle Kontinente. Kurios: Ernest fühlte sich tatsächlich vom FBI verfolgt, zumindest in seinen letzten Lebensjahren. Und Stock ist hinter ihm her, mit Hingabe und Notizblock hat er mehr als 60.000 Kilometer absolviert, um so gut wie alle Lebensstationen seines Idols auf dem Globus zu erkunden. Ein wahrer Fan, ein besonderer Kenner Hemingways, dieser Wolfgang Stock! Ja, er sprach sogar mit Personen, die Hemingway noch persönlich kannten: Gregorio Fuentes, der Kapitän „Papas“ Jacht PILAR, oder John Hemingway, einen seiner Söhne.
Der Spürsinn brachte Stock in den Fischerort Cabo Blanco, wo Szenen des Films „Der alte Mann und das Meer“ gedreht wurden. Hemingway war zwar am Drehort, verbrachte aber die meiste Zeit auf See, um einen riesigen Schwarzmarlin zu fischen. Gelang ihm das?
Kenntnisreich und detailreich beschreibt Wolfgang Stock Ereignisse des Aufenthalts an der Küste Perus und noch viel mehr in seinem Buch „Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru“ – ein Werk, dass man mit Freude und Interesse liest. Ich kann es nur empfehlen!“
Wolf-Ulrich Cropp, Hamburg
auf hugendubel.de

Ernest Hemingway: Marlin-Angeln in Cabo Blanco

Ernest Hemingway: Pescando Marlin

Die einzigartigen Filmaufnahmen aus Peru werden Jahrzehnte später als kurze Dokumentation von drei Minuten auf dem Videoportal YouTube veröffentlicht. In der Tat finden sich grandiose Aufnahmen in dem gerafften Werk unter der Überschrift Pescando Marlin. Szenen mit Ernest Hemingway auf der Miss Texas, mit den einheimischen Bootsleuten, mit Gregorio Fuentes und Elicio Argüelles, mit dem springenden Marlin.

Packende Sequenzen auf der hoher blauen See und reizvolle Ansichten im Hafen von Cabo Blanco, wo der erlegte Riesenfisch von allen Umstehenden, den Amerikanern und den Einheimischen aus Cabo Blanco, bestaunt wird. Genug atemberaubendes Material jedenfalls, das Hollywood ohne Probleme in den Film Der alte Mann und das Meer hätte einbauen können.

Die seltenen Filmaufzeichnungen des Ernest Hemingway aus dem fernen Peru verstauben in den Archiven der Warner Brothers und geraten über die Jahre in Vergessenheit. Ein Schatz, nicht nur für Hemingway-Fans, dessen Wert in den Studios nicht erkannt wird.

Als Allen H. Miner im Jahr 2004 verstirbt, findet sein Sohn in vergilbten Boxen die Aufnahmen aus Cabo Blanco. Zusammen mit dem TV-Produzent Terry Crowe aus dem kalifornischen Los Osos will er

Wir alle hatten gute Tage

Ernest Hemingway macht sich Notizen im Gemeinschaftsraum
des ‚Cabo Blanco Fishing Clubs‘, im April 1956.
Foto: Modeste von Unruh.

Gut 3.000 Kilometer Luftlinie entfernt, in seiner Wahlheimat Kuba, werden die Filmarbeiten am peruanischen Pazifik aufmerksam verfolgt. Der Nobelpreisträger Ernest Hemingway und der kubanische Sportfischer Elián Argüelles halten sich mit einigen Kameraleuten vor der Küste Cabo Blancos in Peru auf, um einen tausend Pfund schweren Marlin vor die Kamera zu bekommen, berichtet der Diario Nacional aus Havanna. Mehrere Kameramänner filmen die Fangversuche der beiden Männer in peruanischen Gewässern. Hemingway und Argüelles haben bereits je zwei Schwertfische gefangen. Die Kamera lief, als Hemingway seinen zweiten Marlin am Haken hatte. Aber der Fisch widersetzte sich stark und verteidigte sein Leben. Wahrscheinlich werden jene Aufnahmen, die man von seinem Überlebenskampf filmte, auch in dem Spielfilm verwendet werden.

Ernest Hemingway wirkt von der Anspannung der letzten Wochen erschöpft, das trockene Klima mit seinen sengenden Sonnenstrahlen bereitet ihm an Armen und Beinen nun Schmerzen, die Pigmentflecken auf seiner Gesichtshaut haben sich entzündet. Zudem piesackt ihn ein unverfrorenes Bataillon aus Schmeißfliegen, Mosquitos und Zancudos, die jeden Abend unerbittlich sein winziges Hotelzimmer in Beschlag nehmen und nervtötend umher surren oder schmerzhaft zustechen. Sein Wohlbefinden wird in Cabo Blanco auf eine harte Probe gestellt.

Doch im Fishing Club und an Bord der Miss Texas lässt der Nobelpreisträger sich nicht groß etwas anmerken und er beklagt sich auch nicht. Bei einer der letzten Ausfahrten nimmt Ernest Hemingway den peruanischen Bootskapitän Jesús Ruiz More kumpelhaft zur Seite. Am liebsten würde ich noch sechs Tage länger bleiben, Jesús, bedeutet der Schriftsteller dem untersetzten Bootsmann aus Cabo Blanco. Vámonos, Don Ernesto, entgegnet Jesús Ruiz, nur zu, da draußen springen so viele Marline im Wasser, die nur auf uns warten.

In den Artikeln, die er nach seiner Abreise aus Nordperu auf der Finca Vigía verfasst, zieht der amerikanische Autor ein inspirierendes Resümee seiner Expedition nach Cabo Blanco. Wir alle hatten gute Tage, weil es dort rau und stürmisch war. Diese anregende Heimeligkeit entspricht nicht ganz der Wahrheit, denn in Wirklichkeit hat

‚Papa‘ geht so langsam das Benzin aus

Er ist erst Mitte fünfzig, sieht aber schon aus wie ein alter Mann.
Ernest Hemingway vor Cabo Blanco, im April 1956.

Foto: Modeste von Unruh

Das Schicksal hat ihm in der letzten Zeit arg mitgespielt. Zwei Jahre vor Cabo Blanco, das Jahr 1954, es ist der Einschnitt für ihn gewesen. Im Januar hat er die beiden Flugzeugunglücke in Afrika knapp überlebt, es hat nicht viel gefehlt. Sein Körper und die Geisteskraft haben schon vorher nach und nach abgebaut, doch die starken Verbrennungen, die schweren Kopfwunden und die zahlreichen inneren Verletzungen setzen ihm heftig zu.

So ganz sollte er sich von den Flugzeugunfällen nicht mehr erholen. Und am 10. Dezember erhält er in Stockholm den Nobelpreis für Literatur verliehen. Auch davon sollte Ernest Hemingway sich nicht mehr erholen. Der entkräftete Schriftsteller in seinem tropischen Inselidyll auf Kuba kann sich nicht aufraffen, über den Atlantik in den schwedischen Winter zu fliegen. Er sieht sich körperlich und mental nicht in der Lage, überhaupt zu verreisen. Die Unfallverletzungen aus Ostafrika schmerzen noch, er fühlt sich elend und ausgebrannt. Und große Lust auf den ganzen Rummel verspürt er eh nicht.

Die Verleihung in der schwedischen Hauptstadt findet ohne ihn statt. Der US-amerikanische Botschafter in Stockholm, John M. Cabot, verliest seine kurze Dankesrede. Das Schreiben, im günstigsten Fall, ist ein einsames Geschäft. Ein Schriftsteller schreibt sein Werk zurückgezogen, und wenn er gut genug ist, muss er sich jeden Tag der Ewigkeit stellen, oder der Ermangelung davon. Das Preisgeld von 36.000 Dollar wird auf sein Konto überwiesen und die Goldmedaille nach Kuba geschickt, wo sie ihm auf der Finca Vigía vom schwedischen Geschäftsträger überreicht wird.

Kurz nach Verkündung der Nobel-Ehre kreuzt das kubanische Fernsehen auf Finca Vigía auf. Der Reporter Juan Manuel Martínez, der sich etwas windig hinter einer dunklen Sonnenbrille versteckt, fragt im gestelzten Duktus nach dem Befinden des Schriftstellers ob der guten Neuigkeit. Und Ernest Hemingway stimmt im Sender CMQ, in den 1950er Jahren eine große Radio- und TV-Station auf der Insel, einen Lobgesang auf sein Gastland Kuba an.

Der amerikanische Autor streut in seinem auf Spanisch gebrummelten Statement gar Begriffe aus dem kubanischen Spanisch ein, er sei ein cubano sato, sagt er, er sei ein kubanischer Straßenköter, eine Promenadenmischung aus USA und Kuba. Und Cojímar, wo sein Roman Der alte Mann und das Meer spielt, sei más o menos sein pueblo, sein Dorf, sein Volk, seine Heimat. Und so erweckt der US-amerikanische Schriftsteller den Eindruck, hier habe eigentlich ein Kubaner diesen Nobelpreis erhalten. Und dann sagt Ernest Hemingway es wortwörtlich: Soy el primer cubano que consigue un Premio Nobel, ich bin der erste Kubaner, der einen Nobelpreis erhält.

Die Gratulanten stehen Schlange auf seiner Farm und in den Kneipen von Havanna. Glückwunsch-Telefonate kommen aus aller Welt, Präsidenten, Schauspieler und Kollegen freuen sich mit. Das kleine Postamt von San Francisco de Paula versinkt unter einem Berg von Briefen, mehrmals am Tag kommt der alte Postbote Mancebo mit neuen Telegrammen auf die Finca Vigía. Den schönsten Glückwunsch schickt

Weitere Pressestimmen zu ‚Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru‘

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Wolfgang Stock: Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru. BoD über amazon.de

„In den zahlreichen einzelnen Kapiteln seines Buches setzt Wolfgang Stock ein Mosaiksteinchen an das andere. Er beschreibt und analysiert, er deutet und interpretiert, und kommt am Ende seiner ausführlichen Betrachtung zu einem überraschenden Schluß, der ein völlig neues Bild auf die üblicherweise schillernde Persönlichkeit von Ernest Hemingway wirft.

Spannend ist diese beinahe investigative Erkundungsreise in die Reise von Ernest Hemingway nach Peru allemal. Sie ist zudem unterhaltsam verfasst, und gibt mit etlichem Fotomaterial ungewöhnliche Einblicke in die vielleicht entscheidendste und bedeutsamste Periode im Leben und literarischen Wirken von Ernest Hemingway. Und das obwohl gerade diese Reise nach Peru in allen Biografien so gut wie keine Rolle spielt.“ Latízon TV

„In seinem Buch Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru schildert Wolfgang Stock den Aufenthalt des Nobelpreisträgers und seiner Frau Mary in dem peruanischen Fischerdorf Cabo Blanco. Weshalb Hemingway gerade hier einen Marlin fangen wollte, das hat der Journalist Stock herausgefunden, als er sich auf die Spuren des Nobelpreisträgers begeben hat. Neben Dokumenten hat er sogar noch Zeitzeugen gefunden, die sich noch an „Ernesto“ erinnerten. Das Buch konstruiert das Leben eines gealterten Abenteurers mit all seinen Träumen und Hoffnungen.“
Blinker – Europas große Angelzeitschrift, Mai 2021

„Stock hat nicht irgendeinen Text veröffentlicht, sondern ein sehr tiefgründiges Buch, eine sehr lebendige Beschreibung dieser etwas mehr als 30 Tage des Ernest Hemingway in Peru.“
Oscar Sosa, in www.hemingwayoskar.com.ar

Ein Freund ist mehr als ein Vater

The ‚Papa Pack‘ in Peru: Kip Farrington, Elicio Argüelles II, Mary Welsh Hemingway, Ellis O. Briggs, ein Marlin von 900 Pfund, Ernest Hemingway, Louis Jennings, Cloyce J. Tippett. Cabo Blanco, im Mai 1956.

Eine schöne Truppe hat der Nobelpreisträger in Cabo Blanco um sich versammelt. Nicht dass er alle eingeladen hätte, gute Freunde erscheinen einfach, sie sind plötzlich da. Wie ein Magnet zieht der Schriftsteller abenteuerliche Menschen mit spannenden Biographien an. Menschen, die etwas erreicht haben außer nur dahin zu leben, Personen, die aus dem Rahmen fallen, die unabhängig sind, nicht auf den Geldbeutel bezogen, unabhängig vor allem in der Birne.

Ernest Hemingway umgibt sich gerne mit Freunden. Um in den inneren Zirkel seines Freundeskreises vorzudringen, sind mindestens drei Voraussetzungen zu erfüllen: Zunächst muss der Kandidat verdammt gut saufen können. Dann sollte er der Jagd auf lebende Tiere etwas abgewinnen können. Und drittens, einen vollbärtigen Schriftsteller aus Chicago ein klein wenig anzuhimmeln, auch dies mag nicht ganz verkehrt sein. Einen Menschen anhimmeln, ein schönes Bild, das ausgezeichnet passt.

Manchmal, wenn die Depression ihn in Ruhe lässt, fühlt er sich wie ein kleiner Gott. Er möchte bewundert werden, gleichwohl braucht er keine Lakaien oder Stiefellecker. Leute, die anderen in den Hintern kriechen oder Menschen, die es jedermann immer und überall recht machen wollen, all das verabscheut er. Ernest Hemingway mag Mannskerle mit Mumm und auf Augenhöhe, vom Interesse, von den Vorlieben, vom Temperament. Kurz gesagt: Er will richtige Freunde.

Viejo, weißt Du, was ein richtig guter Freund ist?, fragt der Nobelpreisträger am Morgen seinen Kapitän Gregorio Fuentes. „Sie und ich, wir sind Freunde“, antwortet der einfache kubanische Fischer dem Autor. Ernest Hemingway entgegnet ihm darauf: Viejo, ein Freund ist mehr als ein Vater und mehr als ein Bruder. Eine Freundschaft gründet auf gemeinschaftliches Erleben. Du und ich sind nun zwanzig Jahre gemeinsam an Bord der ‚Pilar‘. Woher kamen wir beide denn? Scheißegal, Viejo, eines Tages haben wir zusammen gefunden, Du mit deinem Leben, und ich mit meinem. Zwei Freunde, das ist wie zwei Leben, die zusammen finden.

In Cabo Blanco findet sich Kip Farrington an seiner Seite, ein ehemaliger New Yorker Börsenmakler. Der Mann hat von heute auf morgen seinen Beruf an den Nagel gehängt und eine Menge Geld in den Wind geblasen. Jetzt ist er glücklich, weil er an Küsten wie jener vor Nordperu große Fische fangen darf. Und ein Buch nach

TV-Interview zu ‚Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru‘

Latizón TV strahlt ein TV- Programm zu Lateinamerika auf Deutsch aus.

Ein Interview über 20-Minuten zum Buch Cabo Blanco – Mit Ernest Hemingway in Peru. Die aktuelle Ausstrahlung erfolgt täglich, später dann in der Mediathek unter der Rubrik Literatur und Film. Oder alles direkt zu finden auf Latizón TV.

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