Das Portal zu Leben und Werk von Ernest Hemingway

Kategorie: Spanien

Ernest Hemingways Barcelona stirbt Stück für Stück

Barcelona, im Juli 2013 Photo by W. Stock

Der Besucher findet die Bar Marsella zugesperrt und der Immobilienspekulation überlassen. Barcelona, im Juli 2013; Foto: W. Stock

Das erste Mal war ich in Mitte der 1970er Jahre in der Carrer Pau, in der Calle San Pablo wie man unter dem bigotten Diktator Francisco Franco zu sagen hatte. Auch hieß das Viertel damals noch nicht vornehm Raval, sondern anrüchig Barrio Chino, das Chinesenviertel. Hier trieben sich die Hütchenspieler herum, hierher zog es die armen Einwanderer aus dem Maghreb, hier gab es kleine dreckige Bars, die schon am Vormittag mit Besoffenen und Taugenichtsen gefüllt waren und des Nachts leuchtete das Licht im Barrio Chino sehr rot.

Das Bar Marsella bildete damals so etwas wie ein trotziger Leuchtpunkt in dieser Dunkelheit aus Unrat und Triebhaftem. Nicht, dass dies eine blankgeputzte Lokalität gewesen wäre, aber merkwürdigerweise machten die Streuner und Zuhälter um diese Bar einen großen Bogen. Fast 200 Jahre hat die Bar Marsella auf dem Buckel und damals strahlte sie eine Würde und Eleganz aus, nicht gerade von außen, jedoch im Inneren, ganz tief im Inneren. Die Marsella bot sich jedenfalls an, um zu verweilen und gegen den Morast und den Gestank da draußen anzutrinken.

Die Marsella wurde über all die Jahrzehnte zum Mythos. Alle Großen waren da. Pablo Picasso, Dalí, Antoni Gaudí und natürlich auch Ernest Hemingway. Die Marsella war das Haus des Absinth, eines teuflischen Mix aus Wermutkraut Anis und Fenchel. Dieser Drink ist grün, der Alkoholpegel schießt steil nach oben, die Prozente können sich auf die 80 zubewegen, in Höhen jedenfalls, dass der Absinth in Deutschland lange verboten war.

Aber die Marsella war

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La Florida in Barcelona

La Florida

Das Hotel La Florida, hoch über Barcelona. Foto: Premsa La Florida

Im La Florida hat Ernest Hemingway gerne gewohnt. Mitte der 50er Jahre, als er in Spanien auf der Suche nach Toreros, nach Corridas und den Picadores war, aber auch um dem sterbenden Pio Baroja einen Besuch abzustatten.

Und ohne Zweifel ist das Florida das imposanteste und wohl auch faszinierendste Hotel der katalanischen Hafenstadt. Ramón Raventos hatte das Jugendstilgebäude 1925 entworfen und fortan traf sich hier, 500 Meter über der Stadt, die Oberschicht Barcelonas. Ernest Hemingway hat damals, so wie man es heute noch tun muss, das Stadtzentrum im Taxi Richtung Norden hinter sich gelassen, ist die engen und langen Serpentinen hinauf zum Tibidabo gefahren, um dort oben in dem luxuriösen Hotel dem Lärm der Stadt zu entfliehen.

Das fünfgeschossige Hotel mit dem

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Der General Franco mag Hemingway nicht – und umgekehrt

Hemingways Reportagen aus dem Spanischen Bürgerkrieg finden sich in der Sammlung 49 Depeschen.

Das ist eine meiner Lieblingsstellen. In den 49 Depeschen aus dem Spanischen Bürgerkrieg, wo Ernest Hemingway zwar auf der richtigen, aber dann doch verlierenden Seite kämpfte.

Gibt es eine sympathischere Ansprache an den Leser, als jene von Hemingway zu Abschluss seiner Reportage über den pfiffigen Chauffeur Hipolito, der den Autor wohlbehalten durch das Madrider Granatengewitter steuert? Sie können natürlich Ihr Geld auf Franco setzen, wenn Sie wollen, oder auf Mussolini oder Hitler. Ich setze auf Hipolito.

Als junger Student habe ich

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