1952
Platz 1: Der alte Fischer Santiago, der Junge Manolín und das kubanische Meer: Ein Meisterwerk sprachlicher Präzision und philosophischer Tiefe. Verlieren mit Würde – darum geht es.
« von 10 »

Die 10 besten Bücher? Dabei ist es viel mehr. Literarisch ist dieser Mann nicht kleinzukriegen, weil die Melodie und der Rhythmus seiner Texte die Gefühlslage vieler Lesergenerationen auf den Punkt genau getroffenen hat. Und noch etwas Ungewöhnliches kommt hinzu: Dieser Literat hat zudem, wie ein Popstar unserer Tage, ein kunterbuntes Leben vorzuweisen. 

Nun kann man seine Person von seinem Werk nicht trennen. Dieser Mann lebt wie eine seiner Romanfiguren und er stirbt auch so. William Faulkner, der Nobelpreis-Kollege, meint denn, wohl ein wenig neidisch: „Den wenigen, die ihn gut kannten, war er als Mann fast so viel wert wie die Bücher, die er geschrieben hat.“

Auf den einen oder anderen Beobachter, insbesondere auf Frauen, mag Ernest Hemingway mit seinem Riesen-Ego manchmal aufgeblasen wirken, wie der Idealtypus eines Macho-Mannes. Kriegsreporter, Schürzenjäger, Schnapsbruder, dieser Kerl tut einiges für sein Image. Aber Obacht, der Mann mit dem grauen Bart ist kein Blender oder Aufschneider. Verletzungen hat er zuhauf erlitten, er selbst ist kein Unschuldslamm, die Narben seiner Seele versucht er mit starken Sprüchen zu verbergen. 

Die Qualität seiner Werke ist unbestritten. Selbst bei seinen Kritikern gilt Hemingway als ein bienenfleißiger und pingeliger Schreiber. Dieser Autor muss um seinen Ruhm kämpfen wie ein Löwe, ihm ist nichts in den Schoß gefallen, nicht in der Literatur und auch nicht

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