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Schlagwort: Stilistik

Ernest Hemingways radikales Konzept des ‚le mot juste‘

Ernest Hemingway
Paris – Ein Fest fürs Leben
Le mot juste bekommt in Ernest Hemingways biografischen Skizzen Paris – Ein Fest fürs Leben einen Logenplatz.

Manchmal sitzt er auf Finca Vigía an seinem Schreibtisch und das weiße Blatt bleibt leer. Ernest Hemingway kommt mitten im Satz nicht weiter, denn ein einzelnes Wort fehlt. Mitunter dauert die Blockade Stunden. Er quält sich einen ganzen Vormittag auf der Suche nach dem richtigen Wort. Nicht das zweitbeste Wort, nein, er will haarklein das einzig und allein passende Wort finden. Es ist das Nachspüren nach dem le mot juste.

Der US-Amerikaner hat diesen Begriff zum ersten Mal in Paris gehört, bei Gertrude Stein und den Kollegen, in den frühen 1920er Jahren. Das Konzept wird er fortan tief verinnerlichen: Das le mot juste zu finden, ist seitdem das heilige Bestreben dieses Schriftsteller. In dem autobiografischen Rückblick auf seine Lehrjahre in Europa, das Buch Paris – Ein Fest fürs Leben, hat Ernest diesem Ansatz im Dialog mit seinem Freund Ezra Pound einen Absatz gewidmet. Und er redet darüber in einem Bandwurmsatz, ganz unüblich für ihn.

Ezra hatte mir mündlich nie andere Antworten gegeben, aber mir war das sehr unangenehm, denn hier war der Mann, den ich damals als Kritiker am meisten mochte und am höchsten schätzte, der Mann, der an das mot juste glaubte – also daran, dass es für alles ein einziges richtiges Wort gebe –, der Mann, der mich gelehrt hatte, Adjektiven zu misstrauen, so wie ich später lernen sollte, in bestimmten Situationen gewissen Leuten zu misstrauen, und ich interessierte mich für seine Meinung über einen Mann, der fast nie das mot juste gebrauchte und seine Personen doch hin und wieder so lebendig hinbekommen hatte wie nahezu kein anderer. „Halten Sie sich an die Franzosen“, sagte Ezra. „Von denen kann man viel lernen.“

Von den Franzosen kann man eben le mot juste erlernen. Das richtige Wort. Dieser Grundgedanke ist noch heute ein oft genutztes Werkzeug im modernen Schreibhandwerk. Er umfasst den Ehrgeiz, das einzig wirklich passende Wort zu finden. Jenen präzisen Begriff, der ein Gefühl, eine Atmosphäre oder einen Gedanken exakt trifft. Ein Wort, das im Kontext, im Rhythmus und mit emotionaler Genauigkeit einen Sachverhalt auf den Punkt abbildet.

Dabei ist le mot juste weniger eine Technik als eine Haltung. Sich nie mit dem Zweitbesten zufriedenzugeben oder sich in Abschweifungen zu verfranzen. Es geht nicht darum, ausgefallen oder erhaben zu klingen. Le mot juste darf weder zu stark sein, noch zu schwach. Weder zu allgemein, noch zu poetisch überladen. Weder schön um jeden Preis, noch bewusst hässlich. Oft ist es ein ganz banales, alltägliches Wort – aber es sitzt da, wo alle anderen Wörter danebenliegen würden.

Der Ausdruck le mot juste wird mit Gustave Flaubert in Verbindung gebracht, Mitte des 19. Jahrhunderts prägt er dieses Ideal mit Blick auf die französische Poesie. Für jede Nuance und für jede Stimmung gibt es nur ein einziges Wort, das meisterhaft sitzt. Das Ziel dabei ist nicht nur inhaltliche Genauigkeit, sondern auch lyrische Tiefe. Flaubert sucht oft stundenlang nach dem einen perfekten Adjektiv. Hemingway hingegen richtet seine Aufmerksamkeit auf das vollkommene Substantiv und Verb. Er glaubt, dass Adjektive die Kraft eines Satzes schwächen.

Le Mot juste einfach als treffendes Wort zu übersetzen, wäre grundfalsch. Es meint eher das richtige Wort. Mehr noch. In dem Begriff juste versteckt sich das lateinische ius. Recht und Gesetz. Es geht vielmehr darum, das gerechte Wort zu finden. Ernest würde sagen das wahre Wort. In den Anfangsjahren ein begnadeter Autodidakt, sucht Hemingway die wahre Aussage mit fast wissenschaftlicher Akribie. So wie 3 mal 3 in der Multiplikation 9 ergibt – und eben nicht 8 oder 10 – so berechnet dieser Erzähler seine Prosa nach der Treffgenauigkeit mit dem richtigen Wort.

Am Ende von sieben Jahren in Paris hat Hemingway le mot juste nicht bloß kopiert – er hat es amerikanisiert, modernisiert und minimalistisch ausgelegt. Seine puristische Erzählkunst ist eigentlich immer auf der Suche nach dem le mot juste. Aber eben nicht französisch-elegant, sondern amerikanisch hart und knapp. Die Variante dieses Erzählers fällt kürzer und stiller aus als bei den Dichterfürsten aus Frankreich. Ernest zielt bewußt auf maximale Wirkung bei minimaler Sprache.

Der bärtige Autor begibt sich weniger auf die Suche nach dem poetisch perfekten Wort, sondern nach dem ehrlichsten Ausdruck. Oder nach dem Begriff, der am besten verschweigt. Seine scheinbar einfache Sprache – die jedoch extrem hart erarbeitet ist – sucht Dichte im Text. Mit eiserner Gründlichkeit, strenger Ökonomie und mit dem Wegfall der Botschaft. Wenn ein Wort erklärt, was die Handlung bereits aufzeigt, dann hat der Schreiber einen Riesenfehler gemacht.

Der Nobelpreisträger von 1954 radikalisiert vielmehr Präzision zur Genauigkeit durch Aussparung. Statt alles penibel zu erwähnen, benennt Hemingway nur das absolut Notwendige – dies erhöht abermals die Wichtigkeit in Bezug auf die Klarheit der Prosa. Bei Schreibblockaden sagt er zu sich selbst: Alles, was du tun musst, ist einen wahren Satz zu schreiben. Schreibe den wahrsten Satz, den du kennst.

Wenn der Satz wahr ist, dann muss auch jedes einzelne Wort wahr sein. Wort und Satz stehen in einem Spannungsverhältnis, beides muss unabdingbar wahr sein – sachlich, emotional und stilistisch. Ein wahrer Satz ist für Ernest Hemingway le mot juste in Satzform. Eine Aussage ohne dekorativen Ballast, die einen menschlichen Nerv direkt kitzelt.

Ein Beispiel des le mot juste finden wir in seinem Opus magnum Der alte Mann und das Meer gleich zu Beginn. Er war ein alter Mann, der allein… – der erste Halbsatz ist bereits von brutaler Einfachheit. Sieben Wörter und alles Wesentliche ist gesagt oder angedeutet: Alter, Passion, Einsamkeit, Tragik. Nicht ein überflüssiges Beiwort. Jedes Wort sitzt. Kein unnützes Adjektiv. Der Sprachrhythmus wirkt schlicht, fast biblisch.

Oder seine Kurzgeschichte Hügel wie weiße Elefanten aus dem Jahr 1927, auch hier direkt der Anfang: Die Hügel jenseits des Ebrotals waren lang und weiß. Auf den ersten Blick trivial. Beim zweiten Hinschauen genial. Le mot juste. Lange Hügel, nicht imposante Hügel. Länge, das ist neutral, kühl. Dann die Farbe. Weiß als Beschreibung für Schnee, trotzdem symbolisch offen. Weiß als Unschuld und Leere. Kein Gefühl und keine Bewertung schleichen sich in seinem Erzählstil. Und doch ahnt man, hier wird etwas verschwiegen, es braut sich etwas zusammen. Solche Rückschlüsse jedoch bleiben dem Leser überlassen. 

Hemingways Suche nach dem wahren Wort revolutioniert die moderne Literatur. Er beweist, dass

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Ernest Hemingway – der Moderne aus der Mottenkiste

Ernest Hemingway
The Sun Also Rises
Fiesta
Sein Debüt The Sun Also Rises erscheint im Jahr 1926. Mit einer Wucht, als habe ein Revolutionär einer verstaubten Epoche den Todesstoß versetzt.

Dieser Kerl mit dem himmlischen Rauschebart will den Kosmos um sich herum für die Ewigkeit inszenieren. Unsterblichkeit ist sein Ziel gewesen. Die hat er ja sogar irgendwie bekommen, auch wenn er seit über 60 Jahren still und leise auf dem Dorffriedhof von Ketchum ruht. Bei einem Schriftsteller, der derart aneckt, ist es kein Wunder, dass sich die Kritiker und Neider lauthals melden. Angriffsfläche bietet der Bärtige genug.

Hauptvorwurf: Er sei unmodern. Er passe nicht in die heutige Zeit. Seine Inhalte und sein Stil – schrecklich altbacken. Moderne Themen, die unter den Nägeln brennen, seien bei ihm nicht zu finden. Mit dem Alltag und seinen Schattenseiten hat er in der Tat nichts am Hut. Berufsprobleme, Ehezwist, Emanzipation, der Moloch der Großstadt, prekäres Leben, Diskriminierung, soziale Benachteiligung. Gibt es alles, mehr als erträglich, schlimm genug. Doch dies sind nicht Hemingways Themen. Und die langen, komplizierten Sätze und die eierköpfige Annäherung erst recht nicht.

Ernest mag vielmehr die unangestrengte und grundehrliche Erzählung. Alles selbst gesehen und schmerzlich erlebt. Das ist seine Welt. Fischer, Kneipiers und Malocher gehören zu seinen Freunden. Professoren und Intellektuelle eher nicht. Ernest Hemingway verachtet die literarische Selbstbemitleidung der Großstadt-Neurotiker. Deshalb hat er sich in seine tropische Finca auf Kuba verkrochen, weit weg vom Blitzlichtgewitter der Presse. Und noch wichtiger: Weit weg von den Kollegen.

Gegner tauchen trotzdem auf. Man reibt sich an ihm. Einerseits. Andererseits kopiert man ihn, man folgt seiner Marschroute. Sein schnörkelloser Stil, die Aneinanderreihung kurzer Aussagesätze und die kraftvolle Sprache werden typisch für viele Schriftsteller, weltweit. Ernest Hemingway wird ein Stilbildner, ganze Autorengenerationen hat er beeinflusst. Truman Capote, Nelson Algren, Malcolm Lowry, Bruce Chatwin. Alles Top-Schreiber, alleine aus der angelsächsischen Sprachwelt.

Die Enkel rücken in den 1960er Jahren noch näher. Mit dem New Journalism proben sie die Kulturrevolution, Hemingway ist ihr bewunderter Großvater. Hunter S. Thompson, Gay Talese, Truman Capote, Tom Wolfe. Dieser New Journalism geht voll rein, er ist ein ästhetischer Barrikadenkampf gegen die pomadig schreibenden Väter. Doch in ihrer schrillen Subjektivität besitzen die neuen Reportagen etwas, das auch Hemingways Texte haben: Nähe und Authentizität.

Und in unseren Tagen? Mittlerweile sind die ungestümen Enkel vom New Journalism ebenfalls Geschichte. Doch der Großvater, oh Wunder, springt noch immer quicklebendig umher. Einer, der ernsthaft schreibt, kommt nicht vorbei an ihm. Denn jeder ambitionierte Reporter an Zeitungen und Zeitschriften, ein jeder Korrespondent in der Ferne, ist irgendwann und irgendwie durch die Schule des Alten gegangen. Auch wenn so mancher die Nase gerümpft hat. Gelernt von ihm haben alle.

Einen Ernest Hemingway von heute, den gibt es nicht, es kann auch keinen geben. Ein übersprudelnder Lebemann wie er, egomanisch und ungehobelt, wird in der Zeit weichspülender Political Correctness und flüchtiger Handy-Filmchen nur schwer einen Platz finden. Ein Ernest Hemingway wäre in der Welt der Belanglosigkeiten, wo jeder Pups auf Facebook oder X stolz vermeldet wird, ganz schrecklich aus der Zeit gepurzelt.

Mit dem Hochadel, in welcher Ausprägung auch immer, hat der Mann aus einem Vorort von Chicago wenig am Hut. Er kommt aus der bodenständigen Tradition eines Mark Twain. Es ist ihm gelungen, die englische Literatur von den hochherrschaftlichen Manierismen der Charles Dickens-Schule zu befreien. Literaturhistorisch bleibt dies sein Verdienst. Auch seine Themen scheinen zeitlos. Neben dem Wunschtraum nach dem Wahren und Schönen beschreibt er, dass kein Tag ohne Kampf vergeht.

Dieser Schriftsteller kann das Außenleben messerscharf beobachten. Millimetergenau wie ein Bauzeichner legt er seine Sätze und Dialoge an. Weil seine Prosa kraftvoll auf die

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Ernest Hemingway im Deutschlandfunk: Literatur als Erlebnis

Ernest Hemingway
Pamplona
Café Iruña
Der älteste Gast: Ernest Hemingway im Café Iruña von Pamplona. Foto: W. Stock, 2024.

Am 21. Juli 2024 erinnerte der Deutschlandfunk (DLF) in mehreren Sendungen an den 125. Geburtstag von Ernest Hemingway. Der Journalist Florian Ehrich befasste sich dabei mit dem Thema: Ernest Hemingway – Eine neue Art zu schreiben. Für seinen Beitrag hat der Redakteur auch Wolfgang Stock, den Gründer und Macher von Hemingways Welt, befragt.

Auszug der Sendung: Am 21. Juli 1899, vor 125 Jahren, wurde Ernst Hemingway geboren. „Die englische Literatur beharrt immer noch auf diesem belehrenden Aristokraten-Touch mit viktorianischen Themen.“ Der Hemingway-Biograf Wolfgang Stock über die aus seiner Sicht altmodische englischsprachige Dichtung Anfang der 1920er Jahre.

„Doch dann kommt Hemingway um die Ecke, kraftvoll, breitbeinig. Ein Autor, der Literatur über das Erleben definiert. Eine neue Art des Schreibens entsteht, kurz, lakonisch, auf das Wesentliche reduziert.“

Hier die Sendung als Datei:

Ernest Hemingway begann als Reporter. Geboren am 21. Juli 1899 in Oak Park bei Chicago. Beim Kansas City Star lernte er das Schreiben. In einem Brief an den Vater meint er: „Ich versuche, ein Gefühl vom wirklichen Leben zu vermitteln. Nicht bloß das Leben zu beschreiben oder zu kritisieren, sondern es wirklich lebendig zu machen. So dass man, wenn man etwas von mir gelesen hat, die Sache tatsächlich durch mich erlebt. Das kann man nicht erreichen ohne das Schlechte und das Hässliche genauso zu zeigen, wie das Schöne.

Hemingway arbeitet hart, um diese Unmittelbarkeit zu erreichen. Im Jahr 1921 ging er nach Paris und lernte von der dort ansässigen literarischen Avantgarde. Auch die Kunst des impressionistischen Malers Paul Cézanne bestärkt ihn in seinem Streben nach Einfachheit im Ausdruck. Hemingway kann in wenigen Sätzen eine Landschaft plastisch einfangen oder

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So hoffnungslos ist die ‚verlorene Generation‘ in Ernest Hemingways ‚Fiesta‘

Ernest Hemingway
Fiesta
Fiesta von Ernest Hemingway. So heißt der Roman in Europa. The Sun Also Rises lautet der Titel im amerikanischen Original aus dem Jahr 1926.

„Alle benehmen sich schlecht“, sagte ich. „Wenn man ihnen die Möglichkeit gibt.“ Und Gelegenheit gibt es reichlich nach dem schrecklichen Ersten Weltkrieg. Eigentlich sollten Zuversicht und Aufbruch herrschen. Die zerstörten Länder müssen wieder aufgebaut werden und das Zusammenleben neu auf den Weg gebracht werden. Stattdessen Zerfall, Defätismus und allerorts eine wabernde Untergangsstimmung. Der Erste Weltkrieg führt zum Einschnitt in der Menschheitsgeschichte.

Die guten traditionellen Werte sind weg. Übrig bleibt eine bedrückte, gottverlassene und verlorene Generation. Du bist heimatlos. Du hast die Bodenhaftung verloren. Du bist unecht. Falsche europäische Vorbilder haben dich kaputtgemacht. Du säufst dich zu Tode. Du bist vom Sex besessen. Statt zu arbeiten, redest du immer nur. Du bist heimatlos.

Als Verlorene Generation wird literaturhistorisch eine Gruppe US-amerikanischer Schriftsteller bezeichnet, die während des Ersten Weltkriegs aufwächst, und in den 1920er Jahren in Paris als Auslands-Amerikaner leben. Die Aussage You are a lost generation geht zurück auf Gertrude Stein. Die einflussreiche Mäzenin aus Pittsburgh subsumiert darunter all die Orientierungslosigkeit und all den Zynismus ihrer Zeitgenossen, hervorgerufen durch den Zivilisationsbruch in den Jahren von 1914 bis 1918.

Ein Jahrhundert der Katastrophen mit zwei Weltkriegen, Bürgerkriegen und Wirtschaftsdepressionen ist eingeläutet. Die Aufgabe der Verlorenen Generation wäre eigentlich gewesen, nach vorne zu blicken und ein neues Wertesystem aufzubauen. Doch fehlt dieser kleinmütigen Generation die Kraft dazu. In seinem grandiosen Roman The Sun Also Rises fängt Ernest Hemingway 1926 die gallige Stimmung der Verlorenen Generation – am Beispiel von Expats in Paris und Pamplona – treffend ein.

– Ist das nicht schrecklich? Es hat überhaupt keinen Sinn, dir zu sagen,            dass ich dich liebe.
– Du weißt, dass ich dich liebe.
– Lassen wir das. Reden bringt nichts.

Ernest Hemingway, der selber sieben Jahre in Europa gelebt hat und sich innerhalb dieser Kreise getummelt hat, vermag messerscharf zu beobachten und in seinen Dialogen die ätzende Stimmung jener Tage auf den Punkt wiederzugeben.

Fiesta kommt leicht daher als grandioses Epochen-Porträt zwischen zwei schlimmen Kriegen, als Blick auf eine Verlorenheit, die mit Alkohol, Sex und Oberflächlichkeiten weggetrunken werden möchte. Ein offener Türspalt ins Fegefeuer, in die Vorstufe zur Hölle. Immer dicht an der Apokalypse vorbei schrammend.

– Was bedeutet das für deine Werte?
– Auch das hat seinen Platz in meinen Werten.
– Du hast gar keine Werte. Du bist tot, sonst gar nichts.

Genau hier liegt das Problem. Alle Werte sind perdu. Vor allem durch diesen schlimmen Krieg. Alle Kriege sind schlimm, aber dieser war besonders schlimm, weil er so nutzlos gewesen ist. Beim Spanischen Bürgerkrieg oder dem Zweiten Weltkrieg ist klar, worum es geht. Doch in dem Ersten Weltkrieg sind die Rollen fließend verteilt, ein Stück weit ist man in ihn hineingeschlittert. Ein Krieg der Schlafwandler, wie ein britischer Historiker treffend umschrieben hat.

Am Ende des Krieges stehen alle als Verlierer da. Deutschland mit Elend, Hyperinflation und einer noch größeren Katastrophe vor Augen. Aber auch der Gewinner, die USA, mit einem freudlosen Jahrzehnt, das 1929 in der Weltwirtschaftskrise münden wird.

Das Schöne an The Sun Also Rises ist, dass Ernest Hemingway nicht

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