Hemingways Welt

Das Portal zu Leben und Werk von Ernest Hemingway

Hemingways Uhr

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Seine Uhr, immer gut sichtbar. Cabo Blanco, im Mai 1956;
Photo by Modeste von Unruh, Collection WJS.

Auf zahlreichen Fotos sieht man Ernest Hemingway mit Armbanduhr. Meist ist die Uhr deutlich auszumachen und des öfteren scheint es, als wolle Hemingway sie auch demonstrativ zeigen. In manchen Fotos sieht seine Armhaltung gar ein wenig gezwungen aus, so als wolle er die Uhr partout in die Linse halten.

Solch ein Gedanke beschleicht mich zum Beispiel bei Betrachtung eines Fotos der Photographin Modeste von Unruh aus dem Mai 1956. Ernest Hemingway auf hoher See im peruanischen Cabo Blanco, wo er auf der Jagd nach dem schwarzen Marlin weilt.

Das Foto zeigt eine Uhr mit einem weißen Ziffernblatt, in goldener oder silbernen Einrahmung und mit einem schwarzen Lederarmband. Hemingway, auch das zeigen die Fotos, trägt seine Armbanduhr am linken Handgelenk.

Doch, um welche Uhr handelt es sich?

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Ernest Hemingway kommt nach Talara

Der Meister schwebt ein. Ernest Hemingway erreicht am 16. April 1956 peruanischen Boden in Talara. Photo: Mario Saavedra-Pinón

Am Morgen des 16. April 1956, gegen acht Uhr, landet Ernest Hemingway auf dem kleinen Flughafen von Talara, im Norden Perus. Eigentlich gehört der Flughafen, den die amerikanischen Marines gebaut haben, der Internacional Petroleum Company, die nahe Talara ein riesiges Erdölfeld unterhält. Eine vierpropellerige Douglas DC-7B der Fluggesellschaft Panagra hat die Hemingways in zwölf Stunden von Miami, Zwischenlandung in Panama, hierher gebracht.

Ein paar Tage zuvor hatte die US-amerikanische Nachrichtenagentur United Press International die Meldung verbreitet, dass der bekannte Schriftsteller nach Peru kommen werde, um Dreharbeiten zu dem Film Der alte Mann und das Meer zu überwachen. Die drei wichtigsten Tageszeitungen Limas – El Comercio, La Prensa und La Crónica – schickten daraufhin Reporter nach Nordperu.

Ernest, Ernest, Ernest, schallt es über

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Der General Franco mag Hemingway nicht – und umgekehrt

Hemingways Reportagen aus dem Spanischen Bürgerkrieg finden sich in der Sammlung 49 Depeschen.

Das ist eine meiner Lieblingsstellen. In den 49 Depeschen aus dem Spanischen Bürgerkrieg, wo Ernest Hemingway zwar auf der richtigen, aber dann doch verlierenden Seite kämpfte.

Gibt es eine sympathischere Ansprache an den Leser, als jene von Hemingway zu Abschluss seiner Reportage über den pfiffigen Chauffeur Hipolito, der den Autor wohlbehalten durch das Madrider Granatengewitter steuert? Sie können natürlich Ihr Geld auf Franco setzen, wenn Sie wollen, oder auf Mussolini oder Hitler. Ich setze auf Hipolito.

Als junger Student habe ich

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La Bodeguita del Medio

BodeguitaBlog

Havanna, im April 1983
Photo by W. Stock

Auch in diesem Jahr liegt auf Havanna jene seltsame Jahreszeit, die für die Karibik so typisch ist. Laue Luft, dünne Wolkenstreifen am blauen Himmel, ein warmer Wind aus Südwest, aus Richtung Yucatán. Brecher fegen über den Malecón hinweg und benässen übermütige Jugendliche. Wenn man Glück hat, zieht am Abend eine kühlende Brise über die Insel. Der  Wind hat sich gedreht und weht nun frisch von Florida.

Dämmerung. La Habana, das Herz der Revolution. Ein Herz, das stottert, das stolpert und nicht so recht in voller Taktung schlagen will. Wenn man durch die Strassen und über die Plätze dieser Stadt geht, dann scheint dieses Havanna wie ein Amphitheater aus verfallenen Prunkvillen und kargen Wohnsilos, alles zusammengehalten von Wäscheleinen mit abgetragenen Kleidungsstücken.

Links hinter der Kathedrale in der schmalen Seitengasse Calle Empedrado hinter der Nummer 207 liegt ganz

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Viel Rummel um den Meister

HemingwayKaffeebecherHemingway, so wurde man in der modernen Marketing-Sprache feststellen, Hemingway is a brand, der gute alte Hemingway ist ein Markenartikel. Und was für einer!

Wenn man Ernest Hemingway auf der Spur ist, dann kriegt man über die Jahre einiges in Sachen Merchandising zu sehen, was einem mitunter die Haare zu Berge stehen lässt: Wanduhren mit seinem Portrait, massenweise T-Shirts, Kaffeebecher, iPhone-Hüllen mit seinem Antlitz, Sonnenbrillen auf seinen Namen, Zigarettenetuis, Hemingway-Seife mit Tabak-, Rum- oder Zedernduft.

Die Liste nimmt kein Ende: Body Lotion, Krawatten, Schlüsselanhänger, Manschettenknöpfe, Sonnencaps mit Hemingway-Zitat, Küchenschürzen oder gleich eine ganze Küchenzeile, alles mit Hemingway dran, drin oder drauf. Dazu Münzen, Briefmarken, aus aller Welt, ungezählt.

Ich warte auf den Tag, an dem ein Hemingway in Form eines Autos auf unseren Strassen brettert. Es müsste natürlich ein wuchtiger Geländewagen sein à la Hummer, mit viel PS und leuchtendem Chrom. Hemingway, wem kommen da Zweifel, das ist ein Synonym für Lebensfreude und Abenteuergeist.

Oder, wieviele

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