Hemingways Welt

Das Portal zu Leben und Werk von Ernest Hemingway

Der schönste Hemingway-Satz: Kuba

Die Menschen fragen mich, warum ich auf Kuba lebe, und ich sage, weil ich es mag. Ich kann natürlich auch sagen, ich lebe gerne auf Kuba, weil ich Schuhe nur anziehen muss, wenn ich in die Stadt fahre.
Ernest Hemingway, The Great Blue River, Juli 1949

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Das Grab des Ernest Hemingway

Die letzte Ruhe des Ernest Hemingway unter zwei Kiefern.
Ketchum, im April 2018; Foto: W. Stock

Des Abends kühlt es im Sun Valley rasch ab und die Schatten von den Hügeln auf das Tal legen sich schwer auf den Friedhof. Der Ketchum Cemetery zwischen Knob Hill und dem Golfplatz ist ein Friedhof für alle, so wie es sein sollte, für die 100-Prozentigen, für die Protestanten, für Evangelisten, für Gottesleugner, im Tod finden sie alle zusammen. Und weil die Amerikaner auch beim Exitus überaus pragmatisch denken, kann man über den Friedhof mit dem Auto gleich bis kurz vor die Grabstelle fahren. 

Der Friedhof in den Höhen der Rocky Mountains ist flach gestaltet, es finden sich keine wuchtigen Grabsteine, sondern lediglich kniehohe Grabplatten oder solche, die ganz in den Boden gelassen sind. Die Grabstätte von Ernest Hemingway liegt im zentralen hinteren Teil unter zwei Kiefern und ist flach über der Erde mit einer hellen Steinplatte abgedeckt. Ernest Miller Hemingway, July 21, 1899 – July 2, 1961 lautet die schlichte Inschrift.

Miss Mary liegt direkt neben ihm, Mary Welsh Hemingway, Apr. 5, 1908 – Nov. 27, 1986, steht bei ihr. Kiefernnadeln fallen auf die letzte Ruhestätte des Ernest Hemingway. Auf der Grabplatte aus klarem Quarzit liegen halbgetrunkene Whiskey-Fläschchen, kleine Geldmünzen, Schreibstifte oder andere Mitbringsel, die Bewunderer als Zeichen ihrer Ehrerbietung dagelassen haben. Die Grabstätte wird

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In den Bergen Österreichs startet Ernest Hemingways Karriere als Autor

Der Weg der großen Namen an der Litz in Schruns. Und Ernest Hemingway startet in der Pole Position.
Foto: W. Stock, Juni 2019

In den Wintermonaten im österreichischen Schruns findet der junge Journalist Ernest Hemingway, zu Ende 1924 noch ohne richtigen Buchverleger, genug Muße, um an seinen Erzählungen und an einigen seiner Kurzgeschichten zu feilen. Schruns war ein guter Platz zum Arbeiten. Ich kann mich nicht erinnern, welche Short Stories ich dort schrieb. Aber es waren mehrere, die alle gut ausfielen.

Der junge Journalist erhält während des Urlaubs im Montafon die ersten Absagen von Verlagen. Ernest ist niedergeschlagen und fällt in eine Depression. Seine Frau Hadley versucht, ihn wieder aufzurichten. Hadley glaubt an mich und das ist mehr als genug, um den Schmerz der Absagen zu überbrücken. Das Schreiben der Stories ist schon schwer genug gewesen, aber noch schwerer war, dass sie abgelehnt wurden. 

Doch Ernest ist kein Mann, der so schnell aufgibt. Sehr geehrter Interessent, bedauerlicherweise müssen wir Ihnen mitteilen, dass Ihre Einsendung nicht unseren verlegerischen Anforderungen entspricht. Der junge Kerl aus Chicago verfügt über ein gesundes Selbstbewusstsein und er weiß, er besitzt Talent und nun ist Beharrlichkeit gefragt. Well fuck ‚em! Ich bedaure, dass Ihr Absagebrief nicht ‚meinen‘ verlegerischen Anforderungen entspricht!

Hadley tröstet ihren Mann und spricht ihm Mut zu. Seine Stories seien einzigartig, eines Tages werde sich schon ein Verleger finden, der die Geschichten druckt, und sie würden ein großartiger Erfolg werden. Und in den Buchhandlungen würde sein Portrait hängen, Ernest mit einem Lächeln und mit einer Pfeife im Mund.

Als die Hemingways im nächsten Winter 1925/1926 wiederum in Schruns urlauben, hat sich Ernests verlegerische Situation aufgehellt. Der bekannte New Yorker Verlag Scribner’s will sein Erstlingswerk veröffentlichen. In Schruns legt der Amerikaner nun letzte Hand an das Manuskript, er hat mit dem Roman über eine Spanien-Reise Ende Juli 1925 in Valencia begonnen und ihn im September in Paris fertiggestellt. Im Winter hat er das Manuskript nach Schruns mitgenommen, um Kürzungen vorzunehmen und ihm den letzten Schliff zu verpassen.

Der Vertrag mit dem Buchverlag ist mittlerweile unter Dach und Fach und im April 1926 endlich lässt er das Manuskript seinem Lektor Max Perkins in New York zukommen. Das Werk erscheint in den USA bei Scribner’s dann im Oktober 1926 unter dem Titel The Sun Also Rises, ein Jahr später wird der Londoner Verlag Jonathan Cape die Erzählung unter dem Titel Fiesta publizieren. 

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Ernest Hemingway bleibt der wohl berühmteste Gast des Montafon. Eine Plakette an der Litz erinnert an die beiden Besuche des Nobelpreisträgers. Foto: W. Stock, Juni 2019

Über die beiden Winter in Schruns wird Ernest Hemingway gesondert in einem anderen Werk ausführlich berichten. Im letzten Kapitel von Paris – Ein Fest fürs Leben hat der Schriftsteller die beglückenden Tage im Montafon liebevoll festgehalten. Paris hat kein Ende, nennt er das Kapitel, und wenn man

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Manuel Jesús Orbegozo himmelt Ernest Hemingway an

Manuel Jesús Orbegozo, der Reporter aus Lima, empfängt Ernest Hemingway auf dem Flughafen von Talara.
Talara/Peru, am 16. April 1956. Foto: Guillermo Alias

Unter den Journalisten, die Ernest Hemingway am Flughafen von Talara erwarten, befindet sich auch Manuel Jesús Orbegozo. Der Reporter, der eigens aus Lima in den Norden Perus angereist ist, wirkt an diesem Montagmorgen reichlich aufgekratzt, einem Nobelpreisträger begegnet man nicht alle Tage. Doch Ernest Hemingway versteht sich auf Anhieb mit dem Mann von La Crónica. Der prominente Autor jedenfalls drückt den Journalisten an seine breite Brust, so als würde er ihn bereits ein halbes Leben kennen.

„Er hat ständig seine Hamsterbacken aufgeblasen und hat wieder und wieder gelächelt“, erinnert sich Manuel Jesús Orbegozo, der an diesem Morgen lautstark Ernest, Ernest gebrüllt hat, als der Schriftsteller dem Flugzeug aus Miami entstieg. Alle Umstehenden bemerken sogleich, welch geheimnisvolle Aura den bärtigen Amerikaner umgibt. „Alles um ihn herum war ein Lächeln.“

Manuel Jesús Orbegozo, ein durch seine breite schwarze Hornbrille jovial dreinschauender Peruaner aus Otuzco, der einen guten Kopf kleiner ist als Ernest Hemingway, ist nach der Umarmung durch Hemingway wie aufgedreht. Der Redakteur aus Lima, er ist mit einem luftig weißen Hemd gekleidet und trägt eine helle Kappe aus Baumwolle, zeigt sich beeindruckt von der Offenheit und der Umgänglichkeit des Nobelpreisträgers.

Mehr als von den Romanen schwärmt der 33-jährige Orbegozo vom journalistischen Stil Hemingways. Diese Kürze und Klarheit, und besonders die Genauigkeit in den Dialogen, das macht dem US-Amerikaner weit und breit so schnell keiner nach. Auch als Abenteurer schätzt Manuel Jesús Orbegozo den Schriftsteller. Er sei ein Mann von Welt halt, im besten Sinne des Wortes. Und dass der Amerikaner so ziemlich jedem Rock hinterherläuft, reicht ihm in diesen Breiten auch nicht gerade zum Nachteil.

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In der Zeitschrift ‚Cultura Peruana‘ Nr. 94 schreibt Manuel Jesús Orbegozo launig über seine Begegnung mit Ernest Hemingway.

Manuel Jesús Orbegozo kann sich nicht einkriegen vor Begeisterung. „Hemingway ist großartig“, wird er seinen Artikel in La Crónica beginnen, „ganz gegen alle Vorurteile. Er begegnete uns leutselig und ohnegleichen. Das lässt die Waage hin zur totalen Sympathie ausschlagen.“ Auch in der Zeitschrift Cultura Peruana wird Manuel Jesús Orbegozo einen launigen Artikel über seine Begegnung mit dem Nobelpreisträger veröffentlichen, ein wenig spöttisch geschrieben, in Wirklichkeit jedoch

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Im Montafon begeht Ernest Hemingway den schwersten Fehler seines Lebens

Im idyllischen Schruns, in den österreichischen Alpen, verpasst der Hallodri Ernest Hemingway seiner Ehe mit der patenten Hadley den Todesstoss.
Foto: W. Stock, Juni 2019

Die Jahre von 1922 bis 1925 werden zu einer erlebnisreichen Zeit für Ernest Hemingway. Er lebt in Paris, wo er in den avantgardistischen Künstlerkreisen als schreiberisches Talent auf sich aufmerksam macht. Er ist arm, aber glücklich und voller Träume. Die Liebe zu seiner Ehefrau Hadley erfüllt ihn, ebenso die Geburt des ersten Sohnes John. Und zu den Glücksmomenten gehören auch die beiden langen Winterurlaube im Montafon. Doch er selbst wird es sein, der dieses wunderbare Glück zerstört, bei seinem zweiten Aufenthalt in Schruns, er wird die Torheit bis an sein Lebensende bereuen.

Dem ersten Aufenthalt im Vorarlberg schließt sich im darauf folgenden Winter ein zweiter an. Am 11. Dezember 1925 nehmen die Hemingways vom Gare de l’Est den Nachtzug nach Österreich und fahren wiederum ins Montafon. Die dreiköpfige Familie Hemingway kommt zurück nach Schruns und quartiert sich abermals im Hotel Taube ein. Das Glück scheint aufs Neue perfekt.

Das Tal war weit und offen, sodass man viel Sonne hatte, schreibt Ernest Hemingway in Paris – Ein Fest fürs Leben. Man trifft sich in Schruns wieder als gute Freunde und sieht in vertraute Gesichter. Es werden zunächst unbeschwerte Tage für die kleine Familie, doch über dem Glück des jungen Ehepaares ziehen an Weihnachten 1925 dunkle Wolken auf. Ihr Name lautet Pauline.

Am 24. Dezember kommt die gertenschlanke Pauline Pfeiffer nach Schruns, eine gute Freundin von Hadley, die alle Fife rufen. Die 30-jährige Millionärstochter aus Piggott in Arkansas, auch sie lebt in Paris, ist eine lebenshungrige, lockere Frau, die keinem Abenteuer aus dem Weg geht. Fife wirft die Köder aus und lockt den armen Ernest, er braucht nur zuzubeißen. Dass ihr Opfer der Ehemann ihrer guten Freundin ist, scheint der flotten Pauline egal zu sein. 

Zunächst merkt die brave Hadley nichts. Sowohl im Hotel Taube als auch im Posthotel Rössle in Gaschurn weilen alle drei – nicht im selben Zimmer, so doch unter einem gemeinsamen Dach. Und es gibt den einen oder anderen, der behauptet, der von Gefühlswallungen übermannte Ernest Hemingway habe des abends gar beide Zimmer, das der Ehefrau und auch jenes der Geliebten, aufgesucht. Hadley merkt immer noch nichts.

In den nächsten Tagen gestaltet Ernest Hemingway die Dreiecksbeziehung mehr und mehr unverfroren, er ist von

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Ernest Hemingway fremdelt kein bißchen mit dem Vorarlberg

Durch Tschagguns, das direkt an Schruns grenzt, fließt das wilde Quellwasser der Ill.
Foto: W. Stock, Juni 2019

Ernest und Hadley Hemingway, das junge Ehepaar aus Paris, machen in ihrem Winterurlaub im Montafon zahlreiche Ausflüge in die Berge. Die Landstrasse hoch nach Gaschurn, wo das Skigebiet erst richtig anfängt, zum Madlenerhaus unterhalb der Bieler Höhe und auch zur Wiesbadener Hütte beim Piz Buin, der mit über 3.300 Metern höchsten Erhebung im Vorarlberg. Skilifte wie heute gibt es Mitte der 1920er Jahre noch nicht. Man muss als Tourengeher über eine robuste Kondition verfügen, um den stundenlangen kräftezehrenden Aufstieg mit schwerem Gepäck zu bewältigen.

Zum Aufstieg braucht es zudem ein gutes Wetter und vor allem ein wenig Glück, denn oft werden durch Lawinenabgang oder Gletscherbruch die Routen im Gebirge unpassierbar und es kommt vor, dass man in den Berghütten tagelang von der Außenwelt abgeschnitten bleibt. Doch nach anfänglichen Schwierigkeiten bessert sich Ernest Hemingways Kondition und er kommt wunderbar im rauen Bergwinter des Vorarlbergs zurecht.

In der örtlichen Skischule von Walther Lent nimmt der US-Amerikaner Unterricht, und der junge Ernest wird im Montafon alsbald zum begeisterten Pistenfahrer. Als es dem Frühling zuging, gab es die große Gletscherabfahrt, glatt und gerade, endlos gerade, wenn unsere Beine es durchhalten konnten. Die Knöchel aneinander gedrückt, liefen wir ganz tiefgeduckt, überließen uns der Geschwindigkeit und glitten endlos, im stillen Zischen des körnigen Pulverschnees.

Der Schriftsteller wird das Montafon mit den kleinen Gemeinden Schruns, Gaschurn und Tschagguns, mit der Silvretta und dem Gauertal in seinen späteren literarischen Welterfolgen wie Schnee auf dem Kilimandscharo und besonders in Paris – Ein Fest fürs Leben als winterliche Tourismusregion weltbekannt machen. Dabei fällt der liebevolle Tonfall, ja, dieser fast familiäre Zungenschlag auf, in dem Ernest Hemingway von seiner Gastregion in den Westalpen erzählt.

Irgendwie erscheint der Schreiber aus den fernen USA nicht wie ein distanzierter Beobachter, sondern als einer, der wie selbstverständlich

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Ernest Hemingway in Schruns

Im österreichischen Schruns steigt die dreiköpfige Familie im Hotel Taube ab, das direkt am zentralen Kirchplatz liegt. Zwei Zimmer sind dort für die Hemingways reserviert.
Foto: W. Stock, Juni 2019

Am 19. Dezember 1924 nehmen Ernest Hemingway, seine Ehefrau Hadley Richardson und der kleine Sohn John vom Gare de l’Est den Nachtzug nach Österreich, nach dem östlichen Königreich, wie Ernest sich über das Land lustig macht. Im Vorarlberg will die junge Familie einige Wochen Winterferien machen. Als junger Journalist von Mitte Zwanzig verfügt Ernest Hemingway im mondänen Paris jedoch über nur wenig Geld.

Im Dezember 1923 hat der Amerikaner seine Stelle als Korrespondent beim Toronto Star gekündigt, um sich ganz der Schriftstellerei widmen zu können. Seitdem besitzt die Familie kein regelmäßiges Einkommen, man lebt in Paris mehr schlecht als recht von einer kleinen Erbschaft Hadleys. Um in den angesagten Skiorten der Schweiz oder Frankreichs zu urlauben, reichen die Mittel jedenfalls nicht. Ernest wählt das Montafon, weil Österreich wegen der Währungsreform und der Inflation für einen Amerikaner mit Dollars in der Tasche eine spottbillige Feriendestination darstellt.

Das Montafon ist ein knapp 40 km langes Tal in Vorarlberg nahe an Liechtenstein, es grenzt im Osten an Tirol und im Südwesten an das schweizerische Graubünden. Das Montafon reicht von der Bielerhöhe bis hinunter nach Bludenz, die höchste Erhebung ist der Piz Buin im Silvretta-Massiv. Schruns, ein kleines Dorf von damals 1.700 Bewohnern, liegt in der Mitte des Tales auf 700 Metern Höhe.

In Schruns steigen die Hemingways im Posthotel Taube in der Silvrettastraße 1 ab, einem Mittelklasse-Hotel, wo sie zwei Zimmer reserviert haben. Die Taube, direkt am zentralen Kirchplatz gelegen, wird seit Jahren von der Familie Nels geführt. Ernest Hemingway, schreibt der junge Journalist seinen Namen bei einem weiteren Besuch im März 1926 ins Gästebuch, 4 Place de la Concorde, Paris. Darunter setzt er den Namen seiner Frau, Hadley R. Hemingway. In der dritten Zeile folgt der Sohn, John Hadley Nicanor Hemingway. „Zwei Jahre, fünf Monate“, hat die Wirtsfamilie ergänzend dahinter gesetzt.

Im Hotel Taube findet sich noch immer der Stammtisch, der auch als Hemingway Ecke mit Fotos des jungen Journalisten und seiner Familie in Schruns dient. Das Gästebuch von damals, in dem sich Ernest Hemingway verewigt hat, konnte all die Jahre unbeschadet überstehen, und wenn man den Besitzer der Taube freundlich fragt, das Haus befindet sich immer noch im Besitz der Familie Nels, dann darf man auch einen Blick darauf werfen.

Die junge Familie Hemingway wird drei Monate in den Zimmern 21 und 22 logieren, in Vollpension, für

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Der schönste Hemingway-Satz: La Mar

Quiero comprender la mar. (Ich will das Meer verstehen.)
Ernest Hemingway im Interview mit dem kubanischen TV-Reporter Juan Manuel Martínez, im  Oktober 1954

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Lou Jennings will schöne Bilder einfangen

Lou Jennings
Ernest Hemingway und sein Freund Lou Jennings freuen sich auf dem Landungssteg von Cabo Blanco über einen prächtigen Fang.
Cabo Blanco, im Mai 1956

Die Filmleute, die Der alte Mann und das Meer drehen sollen, sind schon zwei Tage vor dem Schriftsteller in Cabo Blanco eingetroffen. Neben dem Produktionsleiter Allen Miner gehören zur Film-Crew William Classen, ein bekannter Grip-Aufbautechniker, die Kameraleute und Tontechniker Joseph Barry, Louis Jennings, Stuart Higgs und John Dany. Allen Miner, der den Dokumentarstreifen The Naked Sea gedreht hat, gilt als Fachmann für Filmaufnahmen auf hoher See.

Die Filmleute gehören zu jener Abteilung, die man in Hollywood Second Unit nennt. Damit ist jene schlagkräftige zweite Garnitur gemeint, die parallel zur First Unit dreht und der die besonders kniffligen Szenen aufgebrummt werden. Am peruanischen Pazifik sollen die Filmleute die Aufnahmen auf dem Meer vor Cabo Blanco drehen, gekrönt durch den Fang von ein paar eindrucksvollen Großfischen.

Nachdem die Hollywood-Leute bereits in Cabo Blanco weilen und dort die Dreharbeiten vorbereiten, ist als letzter auch Ernest Hemingway auf peruanischem Boden eingetroffen. Der Schriftsteller wird von einem halben Dutzend Personen begleitet, alle Besucher der Expedition eint ein Ziel. Sie möchten in Cabo Blanco einen mindestens tausend Pfund schweren Black Marlin fangen und die tollkühne Jagd nach dem Monsterfisch soll für die ganze Welt auf Zelluloid gebannt werden.

Einen Fisch solchen Ausmaßes hat Ernest Hemingway noch nie mit eigenen Augen gesehen. Weder vor der Küste Kubas, noch bei den Bahamas und auch nicht im Meer um Florida, die allesamt zu seinen bevorzugten Angelrevieren gehören. In Cojímar auf Kuba läuft sowieso nicht alles zum Besten, die dortigen Dreharbeiten der First Unit stocken und müssen mehrmals unterbrochen werden, der Regisseur wird ausgetauscht.

So kommt Ernest Hemingway mit der Erwartung nach Peru, dass wenigstens die

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Mariel Hemingway, dem Großvater so nah

Mariel Hemingway

Mariel Hemingway, die Tochter von Jack Hemingway, ist die Enkelin des Nobelpreisträgers. Sie wird in dem Jahr geboren, in dem ihr Großvater seinem Leben ein Ende setzt. Mariel heißt auch ein Hafen auf Kuba. Von Mariel aus, einer Stadt 50 Kilometer westlich von Havanna, startet der Nobelpreisträger ab und an seine Angeltouren. So wird Mariel Hemingway an den Großvater Ernest tagtäglich sogar im Namen erinnert. 

Die junge Frau hat es schlau angestellt und sich von Anfang an ein eigenes Leben aufgebaut, anstatt auf der Fahrkarte des Großvaters zu fahren. Mariel Hemingway wird eine formidable Schauspielerin in Hollywood, eine gefeierte Buchautorin, ein anerkannter Gesundheits-Coach und eine gute Geschäftsfrau obendrein. Ihre Themen als Coach sind Mental Health, True Wellness, Empowerment und Life Balance – also alles, was mit einem gesunden und erfüllten Leben zu tun hat.

Über ihre Arbeit kann man sich einen Eindruck verschaffen auf ihrer Website Mariel oder auf Instagram marielhemingway für die kleineren Happen. Finding My Balance heißt einer ihrer Bestseller und Mariel Hemingway spannt hier und in den anderen Büchern den großen Bogen von gesunder Ernährung über innere Stärke bis zu kraftvollem Auftreten. Denn Gesundheit und Wohlergehen fasst sie ganzheitlich auf, körperlich wie mental. Selbstverständlich ist dies alles nicht.

Denn wer den Namen Hemingway trägt, der trägt zugleich einen schweren Rucksack. „Meine Familie gehört zu den bekanntesten in den USA, vielleicht sogar auf der Welt. Man möge deshalb nicht meinen, wir hätten keine eigenen Probleme und keine Existenzkämpfe“, schreibt sie. „Mein Großvater brachte sich um, dessen Vater sich auch, der Vater meiner Großmutter Hadley ebenso, wie auch andere Familienmitglieder, auch meine Schwester Margaux. Alle waren sie schöne, kluge und lebhafte Menschen, die allerdings von Sucht, Depression, Bulimie oder Zwangsstörungen befallen waren. Gleichzeitig aber über eine unermeßliche geniale Kreativität verfügten.“ 

Mariel Hemingway möchte es besser machen, sie weiß, dass der Mensch auch die Wahl hat, glücklich oder unglücklich zu sein. Jedem Menschen wohnt die willentliche Entscheidung inne, Zufriedenheit zu finden. Auch Mariels Großvater hätte

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