
Ernest Hemingway hat sich auf Kuba über die Jahre sehr an einen tropischen Müßiggang gewöhnt, er benötigt die Sonne, die Schwüle der Gluthitze und er braucht vor allem das Meer, um überhaupt schreiben zu können. Und wohl auch leben zu können. Er liebt es, aufs Meer zu fahren, im Golfstrom zu fischen, mit den Freunden herumzualbern, gut zu essen und sich des Abends an der Bartheke die Kante zu geben.
Dieser amerikanische Schriftsteller hat sich seinen eigenen behaglichen Kosmos in San Francisco de Paula eingerichtet, nur einen Steinwurf entfernt von seinem geliebten Meer. Die Welt ist so voll von so vielen Dingen, dass ich sicher bin, wir sollten alle glücklich sein wie die Könige. Doch, gerade auch diese Frage muss er sich auch auf Kuba immer öfter stellen, wie ist es um das Glück des Königs wirklich bestellt?
Ganz im Inneren ist dieser scheinbar extrovertierte Autor ein tief verunsicherter Mensch. Auf den einen oder anderen Beobachter mag Ernest Hemingway mit seinem Riesen-Ego aufgeblasen wirken, aber Obacht, der Mann mit dem grauen Bart ist kein Blender oder Aufschneider. Er gilt selbst bei seinen Kritikern als ein bienenfleißiger und pingeliger Schreiber, dieser Autor muss um seinen Ruhm kämpfen wie ein Löwe, ihm ist nichts in den Schoß gefallen, nicht in der Literatur und schon gar nicht im richtigen Leben.
Der Preis, den er letzten Endes für seinen Weltruhm zu zahlen hat, der erweist sich als hoch. Mehr und mehr ziehen im Leben des Mittfünfzigers dunkle Wolken auf, die wilden Jahre liegen schon lange zurück, die üblichen Zipperlein des Alters haben ihn befallen, das kaputte Bein und den maladen Rücken schleppt er schon seit Jahrzehnten mit. Ganz schlimm sieht es in seinem Kopf aus. Er kann sich schlecht konzentrieren, sein Gedächtnis ist hundsmiserabel, auch das Schreiben fällt ihm schwer.
Wie ein Ertrinkender versucht er seinen Strohhalm zu finden im Leben, er klammert sich an die Erinnerungen, die wegfliegen wollen. An die Kraft, die Tag für Tag abnimmt. Und an die Hoffnung, die immer kleiner wird. Die Fragen, die er sich seit Jugendtagen stellt, schießen immer wieder hoch. Was bedeutet das Leben? Kann man die große, die reine Liebe auf dieser Welt finden? Bin ich, dem die Kriegskugeln und die Flugzeugabstürze nichts anhaben konnten, bin ich, der unverwüstliche Ernest Hemingway, wirklich unsterblich?
Denn der Gedanke an
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